Der März: Ein fruchtbarer und kriegerischer Lenz

Maerz 2014 012 - Der März: Ein fruchtbarer und kriegerischer Lenz

Ursprünglich dachte ich, dass der März ja nur ein kurzer Artikel wird, denn über den Frühlingsbeginn und Ostern – Ostara habe ich ja schon mal ausführlich berichtet. Aber beim Recherchieren sind mir dann so viele interessante und spannende Informationen über den Weg gelaufen, dass die Monatsbeschreibung rund um den März nun doch länger geworden ist – und sehr vielfältig! Beginnen wir beim Namen, der ja schon einiges vermuten lässt:

Der Name

Der kriegerische Monat, mit den lauen Frühlingsgefühlen

Mars Ladopus

Mars Ladopus, © Michaela Schara

Seinen Namen hat unser März vom alten römischen Kriegsgott Mars. Bei den Römern hieß der März Martius und in diesem begannen üblicherweise die Feldzüge. Daher mussten die waffenfähigen römischen Bürger im Martius raus auf das Marsfeld, wo sie gemustert wurden und im Gegenzug ihre Feldherrn wählen durften.  Man sieht an diesem Beispiel meiner Meinung nach übrigens sehr schön, dass die Fantasie der Römer in Bezug auf Namen und dergleichen doch eher pragmatisch war. Bei den weiteren Monaten wurde es dann teilweise bürokratisch, da griff man dann auf die Zahlen zurück. Aber zurück zum kriegerischen März: der war ursprünglich der erste Monat des Jahres und wurde erst im Jahr 153 v. Christus an dritte Stelle verschoben.

Ein Kaiser, nämlich Commodus, wollte dem fröhlichen Monat einen passenderen Namen geben. Während seiner Herrschaft (180 – 192 n. Chr.) hieß der Martius Felix und war zumindest vom Namen her glücklicher.

Lenz, Lenzing, Lenzmond

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Bild © Michaela Schara

Im Frühling kann man sich gut einen Lenz machen und wer jung an Lenzen ist, der genießt das vermutlich besonders – keine Angst, ich bin ok, aber so hätte man in ein wenig früheren Zeiten die schöne Zeit, die im März beginnt, auch beschreiben können.

  • Lenz, im Sinne von Frühling, kommt aus dem indogermanischen, wo es „lang“ bedeutet. Althochdeutsch hieß der Frühling damals „Lenzin“, was sich auf die Zeit bezieht, wo die Tage länger werden.
  • Sich einen Lenz machen„, heißt so viel wie: mal ordentlich auf den Putz hauen, die Sau raus lassen, sich eine gute Zeit machen, Spaß haben … die erwachenden Frühlingsgefühle genießen, sich „den Frühling zu geben“, um es halbneudeutsch auszudrücken. Ein Ausspruch, der sich direkt auf die erwachenden, hormonell gesteuerten Emotionen bezieht.
  • Als Lenze wurden früher die Lebensjahre bezeichnet, je weniger Lenze man zählt, desto jünger ist man, denn desto weniger Frühlingsaisonen hat man erlebt.
  • Wenn einen „der Lenz drückt„, dann ist das weniger eine Umarmung, sondern die poetische Umschreibung, dass man unter Frühjahrsmüdigkeit leidet.

Basierend auf dem alten Lenzin hieß der März bei uns lange Zeit „Lenzinmanoth“ also Lenzmonat oder Lenzmond, was schon wieder ein wenig Richgung Ostern geht, denn das richtet sich nach dem ersten Frühlings-Vollmond. Erst mit Karl dem Großen, der den römischen Kalender auch in unseren Landen einführte, wurde aus dem Lenz der römische inspirierte Märzen.

Im Märzen der Bauer …

Spannend finde ich, dass viele bei der Frage nach dem März mit diesem Lied antworten. Also mit dem Titel dieses Kinderliedes, nicht mit Gesang. Es ist mittlerweile zu einem geflügelten Spruch geworden, aber wer kennt das Lied noch? Hier ein Video zum Mitsingen, mit Untertiteln im Karaokestil – viel Spaß beim Auffrischen der Kindheitserinnerungen ;-)

Im Märzen der Bauer – Kinderlieder zum Mitsingen | Sing Kinderlieder

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Was mit Lied und Text gut vermittelt wird: der März ist der Monat, in dem die Arbeit in Feld und Flur intensiv beginnt. Nach den langen Wintermonaten herrscht nun Hochbetrieb, es gibt viel zu tun. Ursprünglich eine doppelt anstrengende Zeit, denn die Vorräte des Winters waren aufgebraucht, speziell alles was mit Vitaminen zu tun hatte. Durch die einseitige Ernährung und die lange, winterbedingte Ruhezeit, war man mit den Kräften und der Kondition ziemlich am Boden.

Da kamen die frischen Kräuter, die auch nun allenthalben sprießen, gerade recht. Brennessl und Bärlauch, der geschmacklich die Gemüter spaltet, sind zwei dieser wunderbaren, hochwillkommen Frühlingsgemüsekräuter. Neben den antiseptischen Eigenschaften macht der Bärlauch munter und bringt den wintermüden Stoffwechsel in Schwung. Die Brennessl erfrischt das Blut, entwässert und reinigt. Gerade richtig, wenn man die neu erwachten (Frühlings)Kräfte für die Arbeit im Feld oder Garten nutzen will. Im Märzen sind der Bauer und die Bäurin und alle anderen also sehr fleißig am Arbeiten und mit ein paar Frühlingskräutern auch fit genug dafür.

Ein Märzen und Prost!

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Bild via Pixabay.com

Was gleichfalls gerne mit dem März verbunden wird, ist das Bier, speziell das „Märzen„.

Die Bezeichnung geht direkt auf den Monatsnamen zurück: Früher wurde um diese Zeit ein stärkeres Bier gebraut, das somit auch länger lagerfähig war. Das war dringend notwendig, denn zwischen Georgi (23.04.) und Michaeli (29.09.) durfte damals nicht gebraut werden. Mit dem starken Märzen konnten die Brauereien so aber auch im Sommer Bier ausschenken.

Märzchen – Marteniza

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Bild © Michaela Schara

Mit diesem putzigen Namen ist ein rumänischer Brauch verbunden, der angeblich aus der vorchristlichen Zeit stammt, als das Land noch von den Thrakern bewohnt war.
Zu Frühlingsbeginn schenkt man sich (auch heute noch) kleine rot-weiße Püppchen, die man wenn möglich selbst aus Wollresten bastelt. Ursprünglich schenkten die Frauen diese Püppchen ihren Männern, sobald die mit der Feldarbeit begannen. Das Weiß stand dabei für den Schnee, unter dem die Samen aufs Keimen warten, das Rot für die Sonne, welche die Samen ans Licht holt, und die Püppchen verbanden beides zu einem fruchtbaren Segen.

Der Brauch hat sich dann gewandelt und heute werden die Frauen, speziell die Mädchen, mit den Martenizi beschenkt. Zusätzlich ist oft ein Glücksbringer, wie zum Beispiel ein vierblättriges Kleeblatt, daran befestigt. Das Märzchen wird so lange getragen, bis man einen blühenden Strauch oder Baum sieht, dem schenkt man es dann – gerne verbunden mit einem Wunsch, der sich übers Jahr erfüllen soll.

Ein hübscher Brauch, der sich für den Frühlingsbeginn anbietet. Wer ihn selbst probieren will, der sollte aber bei der Garnwahl bitte auf Naturmaterialien, wie Baumwolle oder reine Wolle, achten. Denn nur die können verrotten. Nimmt man Acryl oder ein anderes synthetisches Material, dann hängen die Fadenpuppen Jahre und das ist weder für den Symbolgehalt, noch für die Umwelt gut.

Frühlingsbeginn? Nicht ganz so einfach

Denn es gibt drei offizielle Daten, an denen der Frühling beginnt. Gemeinsam haben sie eigentlich nur den Monat, den März:

  • Der meteorologische Frühlingsbeginn ist strikt und immer am 1. März
  • Der astronomische Frühlingsbeginn ist ein leicht schwankendes Datum, so um den 20.-21. März herum
  • Und dann gibt es noch den phänologischen Frühlingsbeginn, der sich nach der Natur richtet, also wann welche Pflanze blüht und erstmals sichtbar ist. Das ist natürlich unterschiedlich, in wärmeren Regionen früher, in den Bergen später.

Mehr dazu gibt es hier nachzulesen: Jahreskreis im Kalenderchaos: Wann ist nun Frühlingsbeginn?

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Bild © Michaela Schara

Das Schönste am März ist für mich aber die Tag und Nachtgleiche, denn nun werden die hellen Stunden endlich mehr, die Dunkelheit ist spürbar am Schwinden. Das empfinden auch die Vögel so, die mir ihre Freude schon sehr früh, gerne vor Sonnenaufgang mitteilen. Mir wäre es dann zwar ehrlich gesagt lieber, sie würden schweigend ihren vielgerühmten frühen Wurm ausgraben, anstatt mir in Form einer Vogeluhr stundenlang Arien zu zwitschern. Ich bevorzuge hier übrigens eindeutig den Grünfink, der wie ich ein Langschläfer ist und 30 Minuten nach Sonnenaufgang zum Trällern beginnt. Das Hausrotschwänzchen ist hingegen der Streber in der Gartenvogelpartie, es beginnt gut 1,5 Stunden vor Sonnenaufgang mit seinem Trällern. Mitunter ein wenig mühsam, aber schön ist es dennoch und schuld daran ist das Licht.

Das ist im Frühling nämlich blauer und sorgt so dafür, dass unsere Hormone auf Munterkeit umschalten. Das macht anfangs müde – klingt anachronistisch, liegt aber daran, dass eine Hormonumstellung Schwerarbeit ist. Ausserdem muss erst der Winter aus den Knochen gejagt werden. Das beste Mittel gegen  Frühjahrsmüdigkeit ist ein Spaziergang an der frischen Luft, idealerweise im Sonnenschein. Das hilft beim hormonellen Umbau und man schafft den Umstieg viel leichter.

Eine bedenkliche Nebenwirkung unserer Zeit sind Computer-Bildschirme, die leider gleichfalls eher blaues Licht ausstrahlen. Das wirkt genauso wie das natürliche blaue Frühlingslicht: es macht wach. Wer also abends lange am PC arbeitet, der braucht sich nicht wundern, wenn er dann nicht einschlafen kann. Das Gehirn wird auf Frühling geschaltet, selbst wenn draußen das Christkind ans Fenster pumpert. Das beste Mittel gegen diese falsche Zeitumstellung: den Bildschirm früher abdrehen und einen Abendspaziergang machen. Damit kommt der Körper wieder mit der natürlichen Zeit in Kontakt, man kann abschalten und schläft besser. Bis zum Weckruf des Hausrotschwänzchens.

Göttinnen & Heilige im März

Ich beschränke mich in dieser Rubrik auf die bekannteren Heiligen, Götter und Göttinnen. Das hat speziell bei den Heiligen einen rein rechnerischen Grund: es gibt unendlich viele. Nicht mal die katholische Kirche kennt alle.
Laut Wikipedia sind im Martyrologium Romanum 6650 Heilige und Selige verzeichnet. Dazu kommen noch 7400 Märtyrer. Geregelt wurde das Heiligenwesen erst 1588 von Papst Sixtus und ich vermute mal, dass die Inventur nach wie vor nicht ganz abgeschlossen ist.

Dennoch wird klar, dass es für jeden Tag im Jahr mehrere Anwärter auf das Patrozinium gibt, es herrscht ein regelrechtes Gedränge. Die Auswahl an archetypischen Gestalten der Mythologie ist verglichen dazu überschaubar. Ich versuche dennoch eher die Figuren vorzustellen, die bei uns bekannt und mit unserer Kultur verwachsen sind und nehme bei den Heiligen die bekannteren oder jene, die besonders hervorstechen.

Ostara, Ostern – Östrogen?

Ostara - Ostern: Aufbrauch in den Wachstumsbeginn

Bild © Michaela Schara

Im März dürfen wir uns auf das vierte Jahreskreisfest im Jahreskreis freuen, ursprünglich ein Sonnenfest. Das christliche Ostern baut zwar darauf auf, geht aber mit dem Mond und ist daher vom Datum immer ein wenig anders (beweglich). Ostern fällt auf den Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond, also frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April. Basierend darauf folgen dann auch die anderen Feiertage in den Sommermonaten, die ja teilweise auch bewegliche Feste sind.

Ostern hat den gleichen Wortstamm wie der Osten, Österreich, ist vielleicht auch mit dem Östrogen namentlich verwandt, so genau weiß man das nicht, und manche behaupten auch, dass es mit der Göttin Eostre-Ostara-Astarte zu tun hat. Behaupten deshalb, weil es hier seit einigen Jahren teils harsche Diskussionen gibt (immer wieder spannend, worüber man so streiten kann … muss an den Frühlingsgefühlen liegen ;-) Ich habe dieses Fest schon einmal ausführlich vorgestellt und beschrieben, inklusiver einiger Ritualtipps und Hintergründe. Hier geht´s zum entsprechenden Artikel: Ostara – Ostern: Frühlings Tag & Nachtgleiche

St. Patrick und die grüne Insel

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Der 17. März ist grün, koboldgrün, und schmeckt nach Whisky. Denn seit einigen Jahren wird der Nationalheilige der grünen Insel, wo man das Wasser des Lebens (=Uisce beatha = Whisky) als erstes entdeckt hat, auch in anderen Teilen der Erde gefeiert und zwar ausgiebig. Das Motto, dass man die Feste feiern soll, wie sie fallen, ist hier voll aufgegangen. Das liegt mit Sicherheit an dem Talent der Iren, eine Party so richtig in Schwung zu bringen (und das dann lange durchzuhalten – ich rede da aus Erfahrung, ich habe einige Zeit in Irland verbracht). Irgendwie ist da das Andenken an den guten alten Patrick ein wenig verloren gegangen. Denn beim Patricks-Day wird nicht die Entdeckung des Whiskys gefeiert (das waren Mönche, viele Jahre später und nein, das hatte nichts mit der berüchtigten irisch-englischen Küche zu tun), sondern die friedliche Christianisierung Irlands. Genauer gesagt ist der 17. März der Todestag des hlg. Patrick.

Patrick – Patrizius – Palladius?

Wie bei den meisten Heiligengeschichte ist es auch beim alten Patrick nicht leicht die wahren Hintergründe zu finden. Um es kurz zu machen: Es gibt eine eher nüchterne, historisch gesichertere Version und eine die schön, romantisch und viel verbreiteter ist.
Historisch gesehen könnte es sich bei Patrick um das nachträgliche Zusammenwerfen zweier verschiedener Biographien handeln, die nur eines gemeinsam haben: es ging darum, dass die Christen in Irland einen guten Hirten bekommen. Der erste, der hierzu ausgesandt wurde, war ein gewisser Palladius, der aber hauptsächlich dafür sorgen sollte, dass es nicht zu einer Häresie bei den bestehenden Christen auf der Insel kam. Der von Papst Cölestin I. ausgesandte Diakon sollte die Herde zusammenhalten und sie vor den Einflüsterungen anderer Glaubensrichtungen schützen. Damit hatte er vermutlich auch alle Hände voll zu tun, weitere Bekehrungen standen angeblich nicht am Arbeitsplan.

Patrick hingegen kam ein wenig später auf die Insel und hieß vermutlich Patricius. Er war der Sohn des Caponius, eines  römischen Offiziers, der in der Provinz Britannia stationiert war und auch als Diakon in der örtlichen Kirchengemeinde tätig war. Patricius, im katholischen Glauben erzogen und wahrscheinlich entsprechend ausgebildet, wurde vermutlich von Sklavenhändlern verschleppt und landete so in der irischen Provinz Ulster.

Nun wird es Zeit zur romantischen Version zu wechseln. Laut dieser wurde Patrick als Patrick Maewyn in Wales geboren und war Heide. Plündernde Iren verschleppten in als sechzehnjährigen auf die Insel, wo er als Sklave Schafe hüten musste. Patrick gewann seine neue Zwangsheimat und deren Bewohner lieb und fügte sich gut in sein Schicksal. Bis ihm eines Tages ein Engel erschien, der ihm befahl zu fliehen. Patrick brach nach Frankreich auf und versteckte sich 12 Jahre in einem Kloster, wo er auch zum Priester ausgebildet wurde. Sein Ziel war dabei die ganze Zeit wieder nach Irland zurück zu kehren und den Christen dort das Wort zu verkünden. Eines Nachts hörte er Stimmen, die ihn baten nach Hause zu kommen. Für Patrick war es die Stimme des irischen Volkes und er kehrte mit päpstlichen Segen 432 n. Chr. als Bischof nach Irland zurück.

Seine erste Tat, die bis heute seinen Ruhm begründet, war die Vertreibung der giftigen Schlangen von der Insel. Das war nicht wirklich schwer, denn es gab seit der letzten Eiszeit keine mehr. Natürlich ist das eine Metapher, mit der die Vertreibung des alten Glaubens umschrieben wird, aber ich habe noch keinen Iren getroffen, der das nicht wörtlich genommen hätte.
Was hingegen das Vertreiben des alten Glaubens betrifft, da hat der gute Patrick … nun ja, versagt kann man so nicht sagen. Der alte wurde vom neuen Glauben weniger vertrieben, als vielmehr assimiliert und es kam zu einer bis heute sehr interessanten Verschmelzung heidnischer und christlicher Denkweisen. Ähnlich wie in Island gibt es in Irland ein harmonisches Miteinander alter und neuer Kultur.

Was Patrick aber sehr wohl gut geschrieben werden kann, war sein Einfluss auf die Bildung und hier speziell darauf, dass man nun begann die Geschichte und die Geschichten aufzuschreiben. Das Book of Kells ist eines der Werke, die in späterer Folge daraus entstanden sind. Aber auch zahlreiche Feengeschichten und Märchen wurden so vorm Vergessen bewahrt.

Der Hlg. Joseph und sein Monat

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Während Irland den grünen Patrick feiert, wurde (und wird) bei uns der März auch als Josephsmonat bezeichnet. Denn am 19. März ist der Gedenktag des Joseph von Nazareth, Stief- bzw. Ziehvater von Jesus. Der Zimmermann, der entgegen biblischer Meinung Vater von mehreren Kindern gewesen sein soll, ist eigentlich nur in der Kindheitsgeschichte Jesu bekannt. Manche deuten das dahingehend, dass er noch vor den öffentlichen Auftritten seines Ziehsohnes gestorben ist.

Josef, der Nährvater, gilt als Schutzpatron der Sterbenden, der Jungfrauen und der Eheleute. Nach Maria, der Muttergottes, ist er der Heilige, dem die meisten Kirchen gewidmet sind. Am häufigsten wird er übrigens als Schlafender dargestellt. Damit soll auf die Träume hingewiesen werden, wo ihm von den Engeln die Botschaften Gottes geflüstert wurden.

Mariä Verkündigung – Maria Annnuciata

Am 25. März ist in 9 Monaten Weihnachten. Das bedeutet, dass 9 Monate vor Weihnachten der Erzengel Gabriel bei Maria anklopfte und ihr den „englischen Gruß“ brachte:

„Gegrüßet seist du, voll der Gnaden, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Weibern.”

Der Rest ist bekannt.

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An sich sollte man meinen, dass ein solches Ereignis als Lobtag für die Mutter gefeiert wird und in der früheren Kirchenphase war das auch so. Erst 1969 wurde dieser Festtag in „Fest der Verkündigung des Herrn“ umbenannt. Als ob es ohne Mutter ein Kind gäben könne, egal ob göttlich oder menschlich …

Abgesehn von dieser seltsamen Umbenennung war und ist das Fest von Mariä Verkündigung ein sehr bedeutendes – und wer nun meint, dass das etwas mit dem Erwachen von Mutter Natur zu tun hat, die ja nun deutlich sichtbar mit vielerlei Dingen schwanger ist, und das dieses Fest ein wenig oder mehr auf den alten, heidnischen Festen aufbaut, wo es genau darum ging dieses Erwachen gebührend zu feiern, der liegt ziemlich sicher richtig.

Mariä Verkündigung wurde in Konstantinopel ab dem 6. Jahrhundert n. Chr. gefeiert, ab dem 7. Jahrhundert war es dann auch in Rom soweit. Man legte den Festtag auf den alten, damaligen Frauentag – der zugleich auch Frühlingsbeginn war. Für Martin Luther war dieser Marien-Frauen-Tag „eins der fürnehmsten Feste“ und bei den orthodoxen Kirchen ist er eines der 12 Hauptfeste. Bei der katholischen Kirche ist der 25. März seit der Kirchenreform ebenfalls ein Hochfest. Allerdings unter dem oben genannten Namen – und deutlich weggerückt von Maria.

In manchen Jahren wird aus dem fixen Datum übrigens ein bewegliches Fest. Dann nämlich, wenn der 25. März in die Karwoche fällt. In diesem Fall wird Mariä Verkündung dann am Montag nach dem Weißen Sonntag, das ist der Sonntag nach Ostern, gefeiert.

Der englische Gruß, gebenedeit, vermaledeit …?

Beim Brauchtum, speziell wenn es auch um kultischen Handlungen geht, werden oft Wortgebilde verwendet, deren Bedeutung über die Jahre verloren gegangen ist. Manches ist regional, anderes hingegen weit verbreitet, aber dennoch wenig bekannt. Zum Beispiel der englische Gruß und die Sache mit der Benedeiung der Weiber. Hier ein paar Hintergrundinfos dazu:

  • Der englische Gruß, der mir seit frühester Jugend von den Ratschensprüchen her bekannt ist („Wir ratschen, wir ratschen den englischen Gruaß …„), hat nichts mit der englischen Sprache zu tun. Er bezieht sich vielmehr auf „die Worte des Engels„, was umgangssprachlich zum eng(e)lischen Gruß wurde.
  • Das Wort „gebenedeit“ kommt von „benedeien“, was soviel wie lobpreisen, segnen bedeutet. Das Wort leitet sich ab vom italienischen „benedire“ ab und geht zurück auf die lateinische Form „benedicere“ – was gut reden, segnen bedeutet.
  • Tauscht man nun das Bene (gut) gegen ein Male (schlecht), erhält man das Wort maledicere (schlecht reden). Mit ein wenig Fantasie und schlampiger Aussprache wird daraus dann das Wort „vermaledeit“ – was man heutzutage mit „verdammt“ übersetzen würde.

Immer wieder spannend, woher solch alte Wörter doch stammen und wie sie im Lauf der Zeit gebogen, gebeutelt und in den umgangssprachlichen Wortschatz übernommen wurden. Im Falle von „gebenedeit“ kann man diesbezüglich aber auch in anderer Form in der Vergangenheit reden, denn es wurde im Ave Maria durch „Du bist gesegnet unter den Frauen“ ersetzt, weil zeitgemäßer und daher leichter verständlich. Man merke: aus Weibern wurden Frauen. Was nicht wirklich zu einer Rehabiliitation des Begriffs „Weib“ geführt hat, der in unserer Zeit deutlich negativ besetzt ist.

Die Iden des März und weitere wichtige Tage im März

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Wer in der Schule gut aufgepasst hat, der weiß, dass der gute alte Julius sich vor den Iden des März hüten musste („Cave Idus Martias“). Geholfen hat es ihm nichts, wie wir aus der Geschichte wissen. Was einmal mehr bestätigt, dass visionäre Warnungen selten helfen, ein Ereignis zu verhindern.
Was nun die Iden betrifft, so ist das keine falsche Schreibweise für Ideen. Die Iden waren vielmehr Feiertage, die in den Monaten Martius (März), Maius (Mai), Quintilis (Juli) und Oktober auf den 15. fielen. In den anderen Monaten war es der 13. Die Iden waren schon bei den Etruskern Festtage, haben also eine lange Tradition.

Im römischen Kalender gab es jeden Monat vier fixe Feiertage, die Iden kennzeichneten einen davon. Die anderen waren die Kalenden, die Nonen und die Terminalien. Diese vier monatlich fixen Feiertage markierten ursprünglich die Mondviertel:

  • Kalendae: jeweils immer der 1. Tag des Monats und dem Neumond gewidmet. Von Kalendae stammt übrigens unser Wort Kalender ab.
  • Iden: wie beschrieben der 15. oder 13., also ein Tag in der Mitte des Monats, dem Vollmond gewidmet und dem Gott Jupiter geweiht.
  • Nonae: der neunte Tag eines Monats vor dem Vollmond.
  • Terminalien: halbierten die Zeit zwischen den Iden und dem nächsten Kalendae und standen für den abnehmenden Mond

Soviel zu den vielgepriesenen Iden. Hier noch ein paar März-Tage, die gleichfalls erwähnenswert und interessant sind:

  • 1. März: Verlobungstag – der war in früheren Zeiten wichtig, denn schließlich mussten vor der tatsächlichen Eheschließung noch einiges an wirtschaftlichen und finanziellen Fragen geklärt werden. Klingt ein wenig unromantisch, ich weiß. Als Ausgleich ein kleiner Tipp: Wer zu Märzbeginn keinen Verlobten, keine Verlobte zur Hand hat, der soll um Mitternacht dreimal um sein Bett herumwandern. Im Traum wird einem dann der/die Zukünftige erscheinen. Viel Glück!
  • 8. März: Tag der Frau – Der internationale Frauentag, wird seit 1909 „gefeiert“, seit 1911 auch bei uns in Österreich.
  • Equal Pay Day: ein beweglicher Termin, der leider oft in den März fällt. Es ist jener Tag im Jahr, ab dem Frauen „gratis“ arbeiten. Das bedeutet, dass Männer bis zu diesem Tag im Schnitt genauso viel verdienen wie Frauen das ganze Jahr. Die Berechnung ist von Land zu Land verschieden und teilweise umstritten. Es gibt auch einen späteren Termin, der meist im September ist. Wer da nun recht hat und welche Rechnung richtig ist, ist aber eigentlich egal. Es ist traurig, dass es solche Tage überhaupt braucht um auf ungleiche Bezahlung und Misstände hinzuweisen. Das betrifft meiner Meinung nach auch den Frauentag.

Bauernregeln im März

  • 03.03.: Wenn es zu Kunigunde friert, sie’s noch vierzig Nächte spürt.
  • 10.03.: Wie die vierzig Märtyrer das Wetter gestalten, wird es noch 4o Tage halten.
  • 17.03.: Sieht St. Gertrud Eis, wird das ganze Jahr nicht heiß.
  • 20/21.03.: Wie das Wetter am Frühlingsanfang, so ist es den ganzen Sommer lang.
  • 21.03.: Willst Gerste, Erbsen, Zwiebeln dick, so säe sie an Benedikt.
  • 25.03.: Wenn Maria sich verkündet, Storch und Schwalbe heimwärts findet.
  • 31.03.: Wie der Achaz, so der Herbst.

Anderes, Ergänzendes & Besserwisserisches rund um den März

  • Der März beginnt stets mit demselben Wochentag wie der November und in Nicht-Schaltjahren auch wie der Februar.
  • Auf der Suche nach „Lustig“ + „März“ bin ich via Google auf diesen Wikipedia-Eintrag gestoßen: Viktor Lustig, ein Trickbetrüger, der als „der Mann, der den Eiffelturm verkaufte“ berühmt wurde, ist am 11. März 1947 gestorben.
    Nicht wirklich heiter, ich weiß, aber es lehrt einen auch viel über den Humor von Suchmaschinen

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