Ostara – Ostern: Frühlings Tag & Nachtgleiche

Maerz2013 075 - Ostara - Ostern: Frühlings Tag & Nachtgleiche

Mit Mitte März ist der Frühling schon spürbar und sichtbar im Werden, auch wenn da und dort noch der Schnee liegt – die Bäume und Sträucher haben bereits dicke Knospen, die ersten Frühlingsblüher (Krokusse, Schneeglöckchen, Haselnuss …) bringen bunte Farbtupfer in die Natur und unsere eigenen Emotionen zeigen uns auch deutlich: Frühlingsgefühle in jedweder Form ;-)

Rund um den 20./21. März beginnt er dann offiziell, der Frühling. In diesen Tagen wird dann auch das Jahreskreisfest der Frühlings-Tag und Nachtgleiche (Äquinoktium) gefeiert. Ab nun werden die Tage länger als die Nächte und die dunkle Jahreszeit tritt endgültig zurück.

Ostara – Ostern

Groiswiese im März 2013

Ist das vierte Jahreskreisfest im Jahreskreis und ein Sonnenfest. Das christliche Ostern baut zwar darauf auf, aber geht mit dem Mond und ist daher vom Datum immer anders (beweglich). Ostern fällt immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond, im Gregorianischen Kalender also frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April.

Der Name geht angeblich auf die germanische Göttin Ostara, im keltischen Eostre genannt, zurück. „Angeblich“ deshalb, weil man hier auch ein wenig die Brüder Grimm im Verdacht hat, dass sie diesen Zusammenhang aus lyrischen Gründen erfunden haben.

Doch nicht zu leugnen ist der gemeinsam Wortstamm von Ostara – Ostern und der Himmelsrichtung Osten, was auch die Richtung im Jahreskreis für dieses Fest ist. Auch das Hormon Östrogen soll in diese Sprachfamilie passen und natürlich – wenn wir schon dabei sind ;-) – Österreich.

Das Element Luft, die Morgenröte und der Sonnenaufgang, generell der frühe Morgen sind die weiteren Kennzeichen und Energien dieses Festes. Als passende Archtetypen bieten sich die Frühlingsgöttinnen an: Ostara/Eostre/Astarte, Minerva/Athene, Freya und natürlich Mutter Erde in ihrer „jungen“ Gestalt.

Thematik und Energie der Frühlings-Tag & Nachtgleiche

Auch hier geht es um Gleichgewicht, wie beim Erntedank (Mabon) im Herbst. Dazu aber auch um Aufbruch, um den spürbaren Beginn von etwas Neuem – und damit sind auch alle Anfänge, die man nun wagen will, mit einer entsprechenden Energie ausgestattet.

Groiswiese im März 2013Ostara bringt die Energie, wo mitunter die exakte Planung mit dem chaotischen Zufall zusammentreffen und sich zu einem großen Ganzen verbinden. Vielleicht nicht ganz so wie geplant, aber in der Evolution waren und sind die Zufälle schon immer die besten Hebammen gewesen, wenn es darum geht, etwas dauerhaft Lebensfähiges auf die Beine zu stellen.

Vergleichbar ist diese Jahreskreis-Energie mit der Sturm & Drangphase junger Erwachsener (~20/25 Jahre): der Versuch, den für sich passenden Platz in der Gesellschaft zu finden, sich zu orientieren und zu integrieren. Auch die Themen Partnerschaft (in jedweder Hinsicht) und Familie, das Gründen einer Lebensbasis, sind nun aktiv und rufen nach Wahrnehmung.

Groiswiese im März 2013Es geht um das Finden eines Gleichgewichts zwischen Versorgen & Versorgt werden – denn eine gesunde Basis braucht beides und zwar so, dass der Nutzen und Gewinn für alle Beteiligten auf allen Ebenen passt.

Wer sich also nun aufmachen will in ein neues Leben, neue Fähigkeiten ausprobieren möchte, etwas gründen oder beginnen will – egal ob Familie, Unternehmen, Projekte – und sich im Vorfeld schon Ideen dazu gemacht hat, Pläne in der Lade liegen hat, dem bietet sich nun die beste Zeit dafür an: es ist der Wachstumsbeginn des Jahreszyklus.

Doch nicht nur Neues wird nun mit (Wachstums)Energie versorgt, auch für Bestehendes (Projekte, Partnerschaften, Unternehmungen …) bieten sich Chancen. Ein großes Thema ist hier der Frühjahrsputz: das Alte endgültig loslassen, mal wirklich gründlich den Besen schwingen (in jedweder Hinsicht ;) und aufräumen! Neben der inneren und äußeren Reinigung schafft so ein Durchputzen ordentlich Platz, an dem nun Neues wachsen und wirken kann.

Es gibt zahlreiche Rituale, die sich nun anbieten – eines davon ist Fasten.
Ein Ritual, dass sich über eine bestimmte Zeit, ein paar Tage erstreckt und vor allem die eigenen Standfestigkeit erprobt. Was gut ist, denn nun ist auch die Zeit der Frühlingsstürme, die sich jetzt so richtig austoben und für frischen Wind sorgen. Das ist mitunter ein wenig anstrengend … manchmal auch ein wenig sehr ;-) … doch wer einen guten Stand hat, seine Wurzeln über den Winter gestärkt hat und im Stamm biegsam genug ist, zu wissen, wann es Zeit ist Widerstand zu leisten und wann es besser ist, sich mit dem Wind zu bewegen, für den sind die tosenden Orkane fast ein Tanz.

Wie jedes Jahreskreisfest sollte auch dieses bewusst gefeiert (=wahrgenommen) werden – nicht nur, weil man Feste eben feiern soll, wie sie fallen. Vielmehr weil es einem diese Übergänge begreifbar macht und man sich damit im Jahres/Lebenszyklus gut verankert.

Natürlich kann mans auch ganz anders machen – ist ja keine Vorschrift, die exekutiert wird ;-)
Doch hat es sich gezeigt, dass es besser ist dann zu segeln, wenn der Wind günstig ist, und nicht während einer Flaute in See zu stechen.
Man geht ja auch bei Wind Drachensteigen, sonst tut man sich nämlich ein wenig schwer(er).

Hier ein paar Tipps und Ideen, wie man sich sein persönliches, individuelles Ostara-Ritual gestalten aber auch, wie man diese Zeit bewusst für sich nutzen kann:

Fastentipps

Groiswiese im März 2013

Fasten hat nicht immer etwas mit „Nix Essen“ zu tun, sondern mehr mit dem Verzicht auf etwas, das mitunter destruktiv ist oder um sich den Wert von etwas Selbstverständlichem durch den bewussten Verzicht darauf, wieder bewusst zu machen.

Wer will kann natürlich weniger und anders essen, auf Süßigkeiten, Alkohol und das Rauchen verzichten – sollte sich aber bewusst machen, dass Fasten im ursprünglichen Sinn keine Diät oder Therapie ist. Das heißt, dass das Gewicht, dass man beim Fasten verliert, nach der Fastenzeit meist wieder hinaufwandert. Außer man verändert sein Verhalten und seine Gewohnheiten dauerhaft, was ja auch eine gute Möglichkeit ist und nun, im Sinne von „etwas Neues beginnen & Altes loslassen“ besonders begünstigt wird.

Hier nun aber ein paar Fastentipps der anderen Art, als Einladung sich kreativ damit auseinander zu setzen:

  • Ein paar Tage ohne Uhr leben – und entdecken, dass man den Chronometer am Handgelenk gar nicht braucht, damit man weiß, was es geschlagen hat
  • Eine Kommunikationssperrstunde einführen – und danach keine Mails mehr abrufen, keine Telefonate annehmen, sondern den Feierabend in Ruhe genießen.
  • Ein Tipp, den ich im Workshop „Kraftquelle Haushaltsbuch„von Esther Egger-Rollig bekommen habe: Nur noch mit Bargeld zahlen, die Kredit & Bankomat-Karte ruhen lassen.
    … ein Tipp, den man nicht nur fastentechnisch nutzen kann, sondern auch als Dauerlösung beibehalten könnte.
  • Sein Auto am weitest entfernten Parkplatz abstellen und die zusätzlichen Schritte (bei jedem Wetter) als Geschenk genießen.
  • Einen Tag (oder mehrere ;) ohne Frust-Gedanken leben und dann besonders bewusst lächeln, wenn die ungefragt hochkommen.
  • Auf Fertigprodukte & Fast Food verzichten und nur noch selbst Gekochtes/Zubereitetes essen. … auch ein Butterbrot zählt dazu (mit Schnittlauch vielleicht?).
    Eine Übersetzung von „Fast Food“ (=Schnelles Essen) lautet in meiner Familien übrigens „Beinahe Essen“ – also nicht wirklich richtiges Essen, nur beinahe ;)
  • Täglich eine Stunde NICHTS tun. … ohne Tätigkeit nur sitzen, liegen, atmen, passiv schauen – wahrnehmen.
  • FFW: Facebook-Fasten-WocheEine Woche ohne Facebook & Co: FFW – die Facebook Fasten Woche. Doch, das geht und ja, das tut gut ;-) und ich hab dafür auch ein Bild gebastelt, dass gerne von euch als Statement verwendet und gepostet werden darf!

 

Rituale – allein und in Gesellschaft

Ritualwanderung – raus in die Natur, egal bei welchem Wetter, einfach nur raus, mit Picknickdecke oder im Anorak, allein oder zu mehrt … einfach den Kontakt zur Natur wieder aufnehmen, sich einen schönen Platz suchen (oder sich von einem finden lassen) und dann mit dem, was man (zufällig oder geplant) mit hat und dem, was man findet, ein spontanes Fest feiern, etwas basteln, tanzen oder einfach nur daSein und NichtsTun.

Frühjahrsputz als Fest – gemeinsam mit anderen das Haus, die Wohung, das Büro putzen, dekorieren und dann zusammen den Erfolg feiern und nach getaner Arbeit wird gemeinsam gegessen und zusammengesessen.
Das können natürlich auch mehrere Feste sein, so dass jede/r dran kommt und man von Haus zu Haus zieht, bis alle in der Runde gereinigt im Frühling gelandet sind.
Noch ein kleiner Tipp fürs aromatisierte Putzen: ein paar Tropfen Aromaöl (Lavendel, Zitrone, Melisse …) auf den Staubsaugerfilter geben und man hat beim Staubsaugen gleich ein ganz anderes Duftgefühl ;-)

Sich selbst jeden Tag eine Stunde feiern und da ganz bewusst aufzählen, was einem Gutes passiert ist, was man Schönes gesehen hat, was man Tolles getan hat … mit Kerzen, Blumen, Naschereien & anderen schönen Dingen als Belohnung.
Das kann man natürlich zu jeder Jahreszeit machen, aber ich finde, dass es einem gerade im Frühling Mut und Schwung gibt und einem die dunklen Seiten schneller verarbeiten lässt.

Spontane Feiern einberufen – und zwar von JETZT auf GLEICH, á la: Du hast Zeit? Dann komm wie du bist, wir treffen uns hier … und feiern, was uns gerade Freude macht! … und du kannst gern wen mitbringen.

Ruheritual – rausgehen, idealerweise am Morgen, kurz vor Sonnenaufgang,  mit Schlafsack, dicker Decke, warm eingemummelt und sich einen schönen Platz in der Natur suchen, hinsetzen, warm einpacken und einfach zuschauen, zuhören, was das Leben rundum einem so erzählen will. Warten bis die Sonne aufgeht, am Heimweg ein paar frische Kräuter sammeln, zum Beispiel die zarten, jungen Blätter der Schafgarbe, und den Tag mit diesen Frühlingseindrücke auf allen Sinnesebenen beginnen.

Tanztoben – Musik an, extra laut, und dann wild, verrückt, ausgelassen durch die Wohnung, das Haus, den Garten tanzen. Es kommt nicht auf die Grazie an, sondern darauf, sich da so richtig auszutoben, allen Spaß oder auch allen Schmerz, den man hat, hineinzulegen und dem Körper die Chance geben, die inneren Emotionen auszudrücken.
Geht allein super und macht auch zu mehrt Spaß ;)

Das sind meine spontanen Ritual & Fastentipps und sie sollen dazu einladen, sich selbst neue Ideen auszudenken und die auch umzusetzen.
Standardisierte Rituale gibt es im Netz und generell zuhauf und auch diese haben ihren Sinn und ihre Berechtigung. Doch es braucht kein großes Brimborium um ein ernsthaftes Ritual zu wirken. Es kommt, wie bei allem, auf die innere Einstellung an und das es für einen selbst einen Sinn ergibt.

Lasst euch zum Gestalten verführen und genießt das Tun! – das ist die schönste Art den Frühling willkommen zu heißen :-)

Groiswiese im März 2013Die Bilder auf dieser Seite sind übrigens vor einer Woche auf der Groisswiese bei Alkersdorf/Hernstein (nahe dem Alten Grab) aufgenommen worden und zeigen den werdenden Frühling, wie man ihn zur Zeit auf den Kraftplätzen besonders gut und fein spüren kann.

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