Das alte Grab bei Hernstein

Auf einem Hügel bei Alkersdorf befindet sich das sogenannte „alte Grab“, laut Karl Lukan das bedeutendste Megalith-Steindenkmal Österreichs.

Der Steinbau befindet sich am sogenannten „Blaselkogel„. Der Kogel hat seinen jetzigen Namen von einem früheren Grundbesitzer, davor hieß der Hügel „Rauhenpuchel„. Wiederentdeckt wurde das Steindenkmal ca. 1850 vom Geographen Anton Becker († 1955). Damals waren an der Nordostseite des Hügels auch noch vier künstlich angelegte Terrassen zu erkennen, heute sieht man nur noch zwei davon.
[Info: laut K. Lukan und dem vor Ort angebrachten Aushang]

Auf der jetzt bewaldeten Anhöhe des Hügels wurde aus mehreren tonnenschweren Konglomeratblöcken eine Kultstätte errichtet:  auf eine Basis aus mehreren größeren Steinblöcken wurde ein ca. 1,5 m hoher, fast runder Block gelegt. Dafür wurden die Basissteine geglättet und teilweise eingekerbt. Zusätzlich wurde der Deckstein mit einigen untergeschobenen Steinkeilen gestützt. So ergibt sich zwischen den Basissteinen ein kleiner Tunnel zum Durchschlüpfen – eine Hinweis auf den sogenannten Durchkriechkult.
Der oberste, runde Stein weist eine schalenförmige Vertiefung auf.

Mag. Gabriele Lukacs [www.magisch-reisen.at] hat vor einiger Zeit mit zwei Geomanten beim alten Grab radiästhetische Messungen vorgenommen. Ihren Angaben zufolgen ist die Strahlung im unteren Teil sehr schwach, oben bei der Schale hingegen eklatant höher.

Es liegt die Vermutung nahe, dass der Platz vornehmlich zu Heilritualen verwendet wurde. Faszinierend hierbei ist neben dem vermuteten Alter von 5-6000 Jahre die Tatsache, das die damaligen Menschen zu einer derartigen Meisterleistung, im Bezug auf die Bearbeitung des Steines, fähig gewesen sind. Der Konglomerat ist für solche Steinarbeiten ein eher ungeeignerter Rohstoff – extrem unberechenbar, einmal sehr hart und dann wieder porös und spröde. Jeder Schlag mit Hammer und Meisel kann das Kunstwerk zerstören. Auch wenn sich dieser Stein in der Umgebung als natürlich vorhandenes Rohmaterial  angeboten hat – ein anderer Rohstoff wäre sicher auftreibar gewesen. Und: die Entstehung des Bauwerkes war eindeutig vor der Eisenzeit und das Handwerkzeug, mit dem gearbeitet wurde, entsprechend einfach und vermutlich auch aus Stein.

Warum also dieser „natürliche Beton“, der ja auch rein optisch nicht unbedingt viel hergibt?

Meine Vermutung geht dahin, dass einerseits die Kombination der vielen Steine, die zu einem ganzen Steinblock zusammen“gebacken“ sind, ein eigenes sehr gemischtes Gesteinsmehl hervorgebracht hat, welches ev. als Heilmittel verwendet wurde – oder, ähnlich den aktuell in unserer Zeit verwendetem Steinwasser, als Steinmischung das oben in der Schale aufgefangene Wasser aufgeladen hat.

Andererseits weisen Geomanten immer auch darauf hin, dass Strahlen, z.b. Wasseradern, von Objekten reflektiert und vervielfacht werden können. Oft reicht ein Metall- oder Kunststoffgegenstand um, ähnlich wie bei einem Spiegel, die Strahlung zurückzuwerfen und sog. „künstliche“ Strahlen zu erzeugen. Auch ein Stein kann, richtig aufgestellt, so eine Reflexion hervorrufen.
Wenn aber nun schon ein Stein reflektierend wirken kann, um wieviel mehr dann der Konglomerat, der ja aus vielen unterschiedlichen Steinen besteht? Ähnlich wie in einer Spirale steigt die Strahlung an, wird quasi „hochgedreht“ – unten schwach, oben vielfach verstärkt … vielleicht durch exakt diese Wahl des Baumaterials?

Sehr schade ist in diesem Zusammenhang, dass das alte Grab bis dato archäologisch sehr stiefmütterlich behandelt wurde. Selbst von Seiten der Gemeinde wird keine Anstrengung unternommen um dieses herausragende Denkmal zu würdigen oder besser in Szene zu setzen. Wegweiser und Beschriftungen sind kaum vorhanden, die Geschichte des Bauwerkes selbst ist in der ansäßigen Bevölkerung kaum bekannt. Eine archäologische Studie und Feldforschungen könnten sicher sehr viel mehr als das, was nun bekannt ist, zutage treten lassen. Das Geheimnis der Terrassen, die komplette Umgebung des alten Grabes … hier liegt noch sehr viel verborgen oder ist auch schon verschwunden.

Allerdings muss auch gesagt werden, dass vermutlich gerade dieses Vergessen und nicht Beachten den Platz vor Schäden, Missbrauch und Zerstörungen bewahrt hat. Keine der nachfolgenden Kulturen hat dem Ort etwas getan, weder durch religiöse Vereinnahmung noch durch bewussteZerstörung des Bauwerkes um etwa allfällige Kulthandlungen zu unterbinden. Somit haben wir ein nahezu unverändertes Bauwerk aus einer Zeit in der Stonehenge entstanden ist. Selbst die Pyramiden von Gizeh sind etwas jünger als das alte Grab von Hernstein.

Vor einigen Jahren habe ich für den ORF einen kurzen Beitrag über das alte Grab bei Hernstein verfasst – das Video ist hier auf You Tube zu sehen.

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