Hoffmannshöhle, Malleiten

Die Hoffmannshöhle befindet sich unterhalb des Finkenhauses am sogenannten Pfaffenkogel. In der Höhle selbst hat man bei Ausgrabungen unter 40 cm Schutt Aschenreste und Teile von Steingeräten aus der Jungsteinzeit gefunden. Am Vorplatz der Höhle wurden in einer Nische kleine Bronzestatuen entdeckt.

Diese Funde geben Aufschluß darüber, dass die Höhle zwar in Krisenzeiten (=Kriegszeiten) als Wohn- und Zufluchtsort gedient hat, in friedlichen Zeiten aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein prähistorischer Kultplatz war.

Die Höhle ist nach dem ehemaligen MILAK-Lehrer Iganz Hoffmann benannt, der sie bei botanischen Studien eher zufällig (wieder)entdeckte. Der Weg zu ihr führt über die sog. Töpferwiese, auf der man zahlreiche keramische Funde aus der Jungstein- bis Eisenzeit entdeckt hat.

Es hat hier eine, für die damalige Zeit sehr große, Ansiedlung gegeben, die sich über das gesamte Gebiet der Malleiten erstreckte. Laut Info von Fr. Dr. Thalaa war die Töpferwiese der Herrschaftssitz eines keltischen Stammes. Die Gräber auf der Malleiten, aber auch die in Wöllersdorf gefundenen, sowie diverse keltische Heiligtümer (Druidengrab und -Heiligtum in Wöllersdorf, Siedlung in Bad Fischau …) gehörten zum Einfluss- und Herrschaftsgebiet dieses Stammes.

Die Höhle öffnet sich mit einem leicht trapezförmigen Eingang, das Innere ist hell, freundlich und sehr einladend und auch für leichte Klaustrophobiker wie mich ;-),  die sich in engen und finsteren Höhlen so gar nicht wohlfühlen, ein angenehmer Ort.

Im Innenraum sind Steinerhöhungen an der Rückseite (links und rechts oben), deren Form und Anordnung sich als Rastplatz anbieten. Vorne bleibt genügend freier Raum, der sich anbietet um hier ein Feuer anzuzünden – was  offensichtlich auch  heutzutage gerne gemacht wird. Bei einem Versuch ein Feuer in der Höhle anzuzünden mußten wir allerdings fluchtartig das Innere verlassen. Der Rauch zieht genau in die Höhle hinein und macht ein Bleiben schlichtweg unmöglich.

Vorne, gleich nach dem Eingang und schön mittig gelegen, ist eine tischartige Erhöhung, ähnlich einem zentralen Altar.

Ich war schon sehr oft in und bei der Höhle und nie habe ich andere dort angetroffen. Doch die Spuren zeigen, dass immer wieder Menschen hierherkommen.  Bekannte erzählen mir, dass sie manchmal den (gut bekannten) Weg nicht finden können und das als Zeichen sehen, dass die Höhle heute „geschlossen“ hat oder von anderen besetzt ist.

Wenn wir uns dort aufhalten wird fast immer geräuchert und getrommelt, gerne auch gesungen und manchmal finden sich auch Tänzer. Oft finden wir ausgebrannte Kerzenhülsen, die wir mitnehmen und statt dessen unsere eigenen aufstellen – die wiederum von anderen dann entsorgt werden.

Ein Freundin von mir hat in der Hoffmannhöhle einen eintägigen „Retreat“ verbracht und dort alleine übernachtet. Es hat an diesem Tag stark geregnet, also war nicht zu befürchten, dass die Höhle von anderen genutzt sein würde. Sie war sehr erstaunt und erfreut, dass das Innere trocken war. Zwar ist sie nicht viel zum Schlafen gekommen, schließlich ist auch ein friedlicher Platz wie dieser nicht unbedingt dazu geeignet, doch sie fühlte sich hier sehr sicher und geborgen und hat die Stunden sehr genossen.

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