Der Oktober: Gilbhart, Reifmond, Rosenkranz und Sparschweinschlachten

Der Oktober treibt es kunterbunt, was sich auch in seinen anderen Namen zu Buche schlägt, gibt uns kalt-warm und er ist auch in den meisten Ländern der längste aller Monate. Nämlich dort, wo die Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit in seiner Kalenderaktivität stattfindet. Damit wird der 31-Tage-Monat um eine ganze Stunde länger und schlägt alle anderen um ganze 60 Minuten.

Mit dem Oktober ziehen aber auch schon oft die ersten Nachtfröste ins Land und am Ende seiner Tage warten Halloween und der Weltspartag auf uns. Dazwischen liegen teils aktive und teils feierliche Tage, die gut auf die kommende Ruhezeit einstimmen. Was es mit all diesen Tagen so spezielles auf sich hat, wie man den Oktober sonst noch betiteln kann und was es an Besonderheiten über ihn zu berichten gibt, könnt ihr hier nachlesen und euch davon inspirieren lassen:

Der Name

Er ist der zehnte, aber laut seinem Namen müsste er der achte Monat sein. Das liegt, wie schon beim September (und allen anderen Monaten), daran, dass bei der julianischen Kalenderreform anno 46 v. Chr. kräftig umgebaut wurde und damals unter anderem aus dem achten Monat der zehnte wurde. Da man sich im Laufe der Jahrhunderte auf keinen anderen Namen einigen konnte, blieb es beim eingeführten Namen. Versuche ihn anders zu benennen gab es genug:

  • Unter Kaiser Tiberius schlug der Senat vor, den Oktober nach der Mutter des Kaisers in Livius umzubenennen (und den September nach dem Kaiser). Tiberius wollte beides nicht, der Oktober blieb wie er war.
  • Domitian benannte ihn dann in Domitianus um, aber nach seinem Tod gewann wie bei den meisten solcher Benennungen wieder der alte Name die Oberhand.
  • Ein weiteres Mal versuchte der Senat dann unter Antonius Pius den Monat zu ändern. Faustinus sollte er heißen, nach der Gemahlin des Kaisers. Doch auch dieser Kaiser wollte nicht – Antrag abgelehnt.
  • Commodus ging es schlau an und versuchte es mit Herculeus, nach dem populären griechischen Halbgott Herkules. Aber auch das hielt sich nur bis zum Tod dieses Kaisers.

In unseren Breiten hatte der Oktober unabhängig von den kaiserlichen Ideen immer auch seine eigenen Bezeichnungen, die zum Teil auch noch heute gebräuchlich sind und anhand derer man einfach und klar erkennen kann, was nun auf einen zukommt:

Gilbhart & Reifmond

Oktober 002Manchmal passiert es früher, dann wieder später, aber meist ist es im Oktober soweit: Die Blätter in Wald und Flur färben sich bunt. Das Chlorophyl, dass alles so schön grün macht, zieht sich aus dem Pflanzenkreislauf zurück, wird abgebaut, und die natürliche Farbe der Blätter kommt zum Vorschein. Ein Grund, warum man den Oktober in früheren Zeiten auch Gilbhart nannte:

Gilbhart, der fröhliche Wandersmann,
pinselt Wald, Weide und Hecke an.

Das „Gilb“ steht hier für gelb, „hart“ wiederum bedeutet viel – viel Gelb ist nun zu sehen und in neuerer Zeit spricht man daher auch vom goldenen Oktober.
Eine weitere Bezeichung für den Oktober ist Reifmond oder Reifmonat. Denn nun kann es schon leicht vorkommen, dass die Temperatur des Nachts unter die 0-Grad Grenze sinkt und am Morgen die Wiesen mit weißem Rauhreif überzogen sind.

Weinmonat, Dachsmond und andere Oktober-Namen

Oktober 013Mit Oktober startete früher auch die Weinlese, die intensivste Arbeit in den Weingärten. In den weinanbauenden Regionen bezeichnete man den 10. Monat daher auch oft als Weinmonat oder Winmond.
Andernorts begann die Jagd und im Oktober speziell auch auf die Dachse, was ihm den Namen Dachsmond gab.

Weitere Namen für den Oktober

  • Schlachtmond oder Blutmond – denn nun wurde mit dem Schlachten des Viehs vorm Winter begonnen. Hauptsächlich auch um die Herden klein und stabil zu halten, damit man sie gut über die dunkle Jahreszeit brachte.
  • Sterbemonat oder Sterbemond – das bezieht sich einerseits auf das Sterben der Vegetation, die sich jetzt ganz zurückzieht. Aber auch darauf, dass Ende Oktober das Fest der Toten stattfindet. In alten Zeiten Samhain, der Seelensammler, in heutiger Zeit Allerheiligen und Allerseelen.

Rosenkranzmonat

Oktober 113Neben den alten, überlieferten Bezeichnungen, die auf die Qualitäten und Tätigkeiten des Oktobers hinweisen, gibt es aber natürlich auch noch einen „christlichen“ Namen für den 10 Monat.

Im jahr 1884 beschloss Papst Leo XIII., dass im Oktober jeden Tag der Rosenkranz in den Kirchen gebetet werden sollte. Diese Regel hielt bis 1958 und wurde 1974 von Papst Paul VI. als Empfehlung für das Gebet im Familienkreis wieder hervorgeholt. Zusätzlich ist am 7. Oktober das Rosenkranzfest, dass 1573 päpstlicherseits als Erinnerung an die Seeschlacht von Lepanto eingeführt wurde. Da vernichtetet unter Juan de Austria die katholische Flotte die türkische Mittelmeerflotte. Angeblich hauptsächlich deshalb, weil man fleißig den Rosenkranz gebetet hat und so einen Gebetssturm auslöste. Der Gedenktag wurde als „Unserer lieben Frau zum Sieg“ bezeichnet und so in den liturgischen Kalender eingetragen.

All diese Vorgaben und Empfehlungen haben dazu geführt, dass der Oktober auch als Rosenkranzmonat bezeichnet wird.

Was ist der Rosenkranz?

Einerseits ist es eine Schnur mit einer bestimmten Anzahl an Perlen bzw. Kugeln. Andererseits ist der Rosenkranz eine Abfolge von Gebeten, die mantraartig wiederholt werden.

Ein richtiger Rosenkranz hat insgesamt 59 Perlen. Es gibt auch kleinere Formen und Ringe, die mit weniger Perlen auskommen und als Alternative zum klassischen Rosenkranz gelten. Die Summer der Gebete und der Ablauf ist aber bei allen gleich.
Der Beginn der Kette und Gebetsreihe ist mit einem Kreuz gekennzeichnet dem eine große, drei kleine und wieder eine große Perle folgen. Das Kreuz steht für das Schlagen des Kreuzzeichens, dem das apostolische Glaubensbekenntnis folgt. Die erste große Perle steht für ein „Vater unser„, die drei kleineren fordern drei „Ave Maria„, die zweite große Perle steht für das Gebet „Ehre sei dem Vater„. Danach beginnt der eigentliche Kranz, der sich in fünfmal zehn kleinere Kugeln – jeweils für ein „Ave Maria“ – aufteilt, wo dazwischen immer eine große Kugel angeordnet ist, die für ein „Vater unser“ und ein „Ehre sei dem Vater“ steht.

Die Abfolge der Gebete:

  • Kreuzzeichen & 1 Apost. Glaubensbekenntnis
  • 1 Vater unser und 1 Ehre sei dem Vater
  • 3 Ave Maria plus jeweils eine Bitte die christlichen Tugenden Glaube, Hoffnung, Liebe betreffend
  • 1 Ehre sei dem Vater
  • 5 sog. „Gesätze“, die aus folgenden Gebeten bestehen:
    • 1 Vater unser
    • 10 Ave Maria
    • 1 Ehre sei dem Vater
    • Zusätzlich wird bei jedem Gesätz, also nach jeder 10er Gruppe an Ave Marias, ein Glaubenssatz eingefügt, der das Leben und Wirken Jesu betrifft.
  • 1 Schlussgebet

Weitere Infos rund um den Rosenkranz und die Abfolge der Gebete  bzw. den Wortlaut und die Glaubenssätze, die auch als Glaubensgeheimnis bezeichnet werden, gibt es hier, auf Wikipedia.

Und der Sinn dahinter?

Rein geschichtlich ist der Rosenkranz in etwa um 1000 na. Chr. aus den frühmittelalterlichen Gebeten heraus entstanden. Ab dem 12. Jahrhundert wurden die Rosenkranzgebete als Gebetsalternative für die klösterlichen Laienbrüder empfohlen. Die meisten dieser Brüder waren des lateinischen nicht mächtig bzw. konnten viele gar nicht lesen und hatten daher Probleme mit den vorgeschriebenen Psalmen während der Stundengebete. Der Rosenkranz war eine passende Alternative und gleichzeitig ein gutes Meditationstraining.

Der Name „Rosenkranz“ kommt daher, dass man das Ave Maria auch als himmlische Rose bezeichnete. Natürlich gibt es aber auch eine entsprechende Legende dazu. So hat ein gläubiger Marienverehrer dereinst eine Statue der Muttergottes mit einem Kranz aus Rosen geschmückt. In einer Vision erhielt er dann die Botschaft, dass der guten Maria die Blumen weniger lieb sind. Sie hätte gerne stattdessen ein paar Gebete und zwar 50 an der Zahl. Daraus wolle sie sich dann selber einen Kranz flechten, der länger halte und schöner sei, als der aus echten Rosen.

Die Tradition, Gebete anhand von Schnüren und Perlen zu zählen, ist auch in andere Kulturen verbreitet. So finden sich rosenkranzähnliche Gebetsschnüre bei den orthodoxen und den evangelischen Christen, im Islam, im Buddhismus und im Hinduismus.

Neben der tranceähnlichen, meditativen Wirkung, die das stete Wiederholen der immer selben Wörter bewirkt, gibt es auch positive gesundheitliche Aspekte, die durch das regelmäßige Atmen hervorgerufen werden und direkt auf den Parasympathicus wirken, der die inneren Organe und den Blutkreislauf steuert. Er wird auch als Ruhenerv bezeichnet: Die Psyche beruhigt sich, der Organismus kommt zur Ruhe, die Gedanken rücken in den Hintergrund … körperliche und geistige Entspannung tritt ein.
Kombiniert man das nun noch mit einem besonderen (Kraft)Platz, dann kann man die Wirkung noch verstärken und intensivieren.

Es gibt sogar den Tipp, dass man sich mittels des Rosenkranzbetens (oder anderer, ähnlicher Mantren, die regelmäßig bewusst wiederholt werden), das Rauchen abgewöhnen kann.

Diese Methode, sich mittels einer solchen Gebet-Meditationsform zu entspannen, wurde in neuerer Zeit auch als repetitives Meditationsverfahren bezeichnet. Dabei wird ein bestimmtes Wort, ein Satz, eine Melodie oder auch eine Körperbewegung wiederholt bis die meditative Wirkung eintritt. Der Effekt ist der gleiche wie beim „klassischen“ Rosenkranz oder den Mala-Mantren: Das Denken tritt in den Hintergrund, man kommt zur inneren Ruhe, kann sich in der Tiefe entspannen.

Sinn macht es natürlich besonders dann, wenn man hier Begriffe, Sprüche oder Gebete nimmt, zu denen man einen persönlichen, tieferen Bezug hat. Stumpf Gedichte oder Gebetsstanzln aufzusagen hat vermutlich auch irgendeine Wirkung. Aber nicht unbedingt die, die man erreichen kann, wenn man persönliche Wünsche, Hoffnungen und seinen eigenen Glauben mit dem Gesagten verbindet und auch wirklich meint, was man da sagt. „Was gerufen wird, kommt„, sagt eine alte Weisheit. Also wär´s gut das zur rufen, was man auch wirklich da haben will.

Oktober 006Egal ob man nun mit christlichen Gebeten, buddhistischen Mantren, persönlichen Glaubenssätzen oder einfachen Körperübungen arbeitet: der Rosenkranz ist eine gute Methode, dem Alltag eine Pause zu geben und auf allen Ebenen zur Ruhe zu kommen.

Insofern passt diese Methode gut und stimmig in den Oktober, denn nun geht es genau darum, dass man der Ruhe ihren Raum schenkt, sich aus den hektischen Aktivitäten zurückzieht, mit den eigenen, nährenden Wurzeln in Kontakt kommt – den Rückzug bewusst einleitet.

Göttinnen & Heilige im Oktober

Oktober 012Die Zeit rund um das Jahreskreisfest Samhain – Halloween – Allerheiligen ist fest in der Hand der dunklen Göttinnen und der Heiligen, die sich mit dem Übergang von dieser in die nächste Welt beschäftigen. Ende Oktober stehen die Tore zur Anderswelt weit offen, so glaubte man früher und manche spüren es auch heute noch. Wir besuchen die Gräber unserer Ahnen, die Natur wandelt sich von bunt zu grau und trist … vieles stirbt an der Oberfläche oder zieht sich in die Tiefe zurück, damit im Frühjahr neues Leben entstehen kann. Es ist an der Zeit, sich mit den eigenen Wurzeln auseinander zu setzen.

Einige dieser Göttinnen und Heiligen davon habe ich schon in meinem Artikel rund um Samhain – Halloween – Allerheiligen ausführlich vorgestellt:

In dieser doch sehr weiblich dominierte Riege fehlt aber einer, der gleich zu Beginn des Monats Oktober seinen Feiertag hat:

Franz von Assisi

Oktober 011Sein Feiertag ist am 4. Oktober und er zählt zu den prominentesten Heiligen im christlichen Parthenon. Der Heilige Franz wurde 1181 in Assisi als Giovanni Battista Bernardone geboren und starb am 3. Oktober 1226. Er gründetet den Orden der Franziskaner und war Mitbegründer beim Orden der Klarissen (siehe auch hier: Hlg. Klara). Er wurde speziell durch sein ärmliches und auf Almosen spendendes Leben, ganz im Sinne seines Vorbilds Jesu, bekannt, dass zur damaligen Zeit ein Novum darstellte und innerkirchlich für einigen Aufruhr sorgte.

Franz (oder Giovanni) wuchs gut betucht auf – nicht nur, weil seine Eltern Tuchhändler waren. Er erhielt eine umfassende Bildung und sein Lebensweg als Patrizier schien vorgezeichnet und er genoss seine Jugend in vollen, ausschweifenden Zügen. Sein Vater gab ihm nach einer Frankreichreise den Rufnamen Francesco („kleiner Franzose“), der ihm von nun an blieb.

Im Jahr 1202 zog Francesco in den Krieg gegen die Nachbarstadt Perugia. Ein Krieg beid em Assisi verlor und wie viele andere Kämpfer geriet auch der damals noch nicht heilige Franz in Gefangenschaft. Sein Vater bekam ihn gegen eine hohe Lösegeldsumme wieder frei, doch der vormals so wilde Sohn war durch den Krieg und die Gefangenschaft tief erschüttert und krank. Dennoch versuchte er es nochmal, er wollte Ritter werden und machte sich ein paar Jahre nach dem missglückten Feldzug auf, um beim Krieg gegen Apulien anzutreten. Doch am Weg zum Sammelpunkt kehrte er um.

Laut Legende erhielt er im Traum einen göttlichen Hinweis auf seine Berufung: Gott wollte, dass er ihm und nicht den weltlichen Herrn diente.
Franziskus zog sich aus seinem ursprünglichen Leben zurück und ging in eine innere und äußere Eremitage. Alleine in der Wildnis hoffte er Klarheit über sein Dasein und seinen zukünftigen Weg zu finden. Bei einer darauffolgenden Pilgerreise nach Rom hat er laut Legende seine Kleidung mit der eines Bettlers getauscht, um dieses entsagende Leben in völliger Armut zu probieren. Das war der Punkt, an dem es zum Zerwürfnis mit seinem Vater kam.

Franziskus ließ sich davon nicht abhalten und wurde durch weitere göttliche Visionen in seinem Tun bestätigt. Auf eine dieser Visionen hin begann er eine zerfallende romanische Kirche wieder aufzubauen, das Material dafür erbettelte er sich. Bei dieser einen Kirche blieb es nicht, er baute auch mindestens zwei weitere wieder auf. Immer wieder kam es dabei zum Streit mit seinem Vater, denn Franziskus scheite nicht davor zurück, Waren aus dem elterlichen Geschäft für seine Bautätigkeiten zu nehmen. 1207 kam es zu einem öffentlichen Prozess, wo der Vater den mildtätigen Sohn anklagte. Franziskus legte daraufhin alle Kleider ab, entsagte seinem Erbe und sprach:

Bis heute habe ich dich meinen Vater genannt auf dieser Erde; von nun an will ich sagen: „Vater, der du bist im Himmel.“

In weiterer Folge lebte Franziskus als Einsiedler und Bettler, der seine Armut als seine „Herrin“ bezeichnete. Er behandelte die Aussätzigen vor den Toren der Stadt und berief sich in seinem Tun auf eine Stelle im Evangelium des Matthäus, wonach …

„…Ihr sollt weder Gold noch Silber noch Kupfer in euren Gürteln haben, auch keine Reisetasche, auch nicht zwei Hemden, keine Schuhe, auch keinen Stecken.“ Mt 10,8–10

Franziskus versuchte, dies wortwörtlich in die Tat umzusetzen. Er wollte ein Büßer sein und im Sinne der Apostel durch die Lande ziehen, ohne Geld und Besitz, den anderen helfen und predigen.

Auch andere wurden von seinem Tun angezogen, Männer und Frauen, die den weltlichen Reichtümern entsagen wollten und wie Franziskus ihr Seelenheil in Armut und im Dienst an den Ärmsten sahen. Einige dieser Berufungen und die frühe Geschichte des Franziskus kann man in der sog. Dreigefährtenlegende nachlesen. Eine weitere Legende ist die Vogelpredigt: Auf einer seiner Wanderschaften entdeckte er eines Tages eine große Menge Vögel, die sich alle an einem Ort versammelt hatten. Franziskus lief hin und begann den Vögeln von der Güte Gottes zu erzählen, der ihnen die Federn und die Flügel zum Fliegen geschenkt habe. Die Vögel hörten ihm aufmerksam zu und begannen dann mit einem wunderbaren Gesang, als Dank und – lt. Legende – als Zustimmung zum Gesagten.

Eine weitere Predigt von Franziskus, vermutlich die berühmteste, ist der sog. Sonnengesang, den Donovan als Brother Sun, Sister Moon vertonte, die Titelmelodie zum gleichnamigen Film über das Leben und Wirken des Franziskus:

Franziskus unternahm zahlreiche Reisen, unter anderem begleitete er auch einen Kreuzzug und kam so bis nach Palästina. Er predigte überall, sogar vor einem muslimischen Heer, wo er beim Sultan zwar einen guten Eindruck hinterließ, die kommende Schlacht aber nicht verhindern konnte. Bei dieser Reise erkrankte er auch, eine Augeninfektion in deren Folge er langsam erblindete.

Die von ihm eher begleitet als begründete Gemeinschaft wuchs stetig und forderte so auch einiges an Organisation von ihm, was er nur ungern übernahm. Einer der Gründe, warum er die Leitung dieses neuen Ordens einem anderen übertrug. Ein anderer war, dass nicht alle nach seinen sehr strengen Vorgaben leben wollten und einfachere Ordensregeln wollten. Franziskus zog sich immer mehr auch aus seiner eigenen, nach ihm benannten Gemeinschaft zurück und vergeistigte immer mehr. Als er sich wieder einmal in seine Einsiedelei, eine Felsnische am Berg La Verna, zurückzog, erschienen an seinen Armen und Beinen Wundmale – die erste bekannte, überlieferte Stigmatisierung.

Das karge Leben und sein unbändiger Kasteiungswille sorgten dafür, dass Franziskus immer schwächer wurde. Zwei Tage vor seinem Tod ließ er sich in die von ihm wieder aufgebaute Portiuncula-Kirche bringen. Er wollte da sterben, wo sein Handeln begonnen hatte, und auch hier begraben werde. Ersteres gelang ihm, letzteres wurde ihm verwehrt. Sein Leichnam liegt in der Grabkammer der Unterkirche der Basilika San Francesco in Assisi.

Franziskus, der schon zu seinen Lebzeiten als Heiliger verehrt wurde, wurde bereits zwei Jahre nach seinem Tod heilig gesprochen, was allerdings eher seiner Popularität zu verdanken war, denn sein Handeln und Wirken sorgten ebenso wie die strenge Ordensregel und der vorgeschrieben Lebenslauf noch lange für innerkirchliche Dispute.

Der Heilige Franz von Assisi gilt als erster Ökologe und genoss auch in der Hippie-Szene einen guten Ruf als erster, der sich für die Umwelt einsetzte. Seit 1979 ist er der Patron für den Umweltschutz und die Ökologie. Etwas älter ist seine Funktion als Schutzpatrons Italiens. Er gilt als als Patron der Tierärzte und zeitgleich mit seinem Feiertag ist auch Welttierschutztag.

Von Schutzengeln, St. Gallus, weltweitem Sparen und anderen wichtigen Tage im Oktober

Schutzengeltag, 2. Oktober

Ihr offizieller Feiertag ist Anfang Oktober und es gibt in der Bibel eine sehr klare, eindeutige Dienstbeschreibung für sie:

„Seinen Engeln hat Er (Gott) befohlen, dass sie dich auf all deinen Wegen beschützen; wie auf Händen werden sie dich tragen.“
Gen 48,16 Ps 90,11f Mt 18,10 Hebr 1,14

Oktober 001Manche sagen, dass jeder Mensch seinen persönlichen Schutzengel hat, andere behaupten, gleich mehrere davon zu besitzen und natürlich gibt es auch genug, die zur Gänze auf sie verzichten und beim Erwähnen die Augen verdrehen.

Dennoch: Sie sind omnipräsent, zumindest im Sprachgebrauch. Es gibt zahlreiche Zitate und den Spruch, dass man nicht schneller (auto)fahren sollte, als sein Schutzengel fliegen kann, haben wohl auch schon die meisten gehört.

Der Glaube an diese Form eines göttlichen Bodyguards ist auch in anderen Religionen als der christlichen gegeben. Bei den Buddhisten sind es die Bodhisattvas, bei den alten Römern nannte man diese Form der persönlichen Schutzgeister Genien, bei den Griechen waren es die Daimones.

„Wenn ein Kind stolpert, hält ein guter Engel seine Hand hin.“
Jüdisches Sprichwort

„Gleich von der Geburt an begleitet einen jeden ein Schutzgeist, der unbemerkt sein Leben leitet.“
Menander (342 oder 341 v. Chr. – 291 v. Chr.), griechischer Komödiendichter

Viele Schutzengel-Sprüche haben einen leicht humoristischen Kern, der darauf hinweist, dass es auch Glück braucht, damit man von gut Glück reden kann:

Es kommen wohl harte Zeiten – die Schutzengel fliegen schon tief …
Wolfgang J. Reus

Mein persönlicher Favorit:

Möge dein Schutzengel nie mehr Arbeit mit dir haben,
als der Besitzer von einem Sack Flöhe.
Altirischer Segenswunsch

Egal wie man zu den himmlischen Leib- und Seelenwächtern steht: Sie haben nicht nur in unserer Kultur einen festen Platz. Es gibt sie nicht nur für Menschen, auch Städte und Länder sollen einen haben und bestimmte Orte – Kraftplätze. In letzterem Fall wird diese schützende Energie auch als Genius Loci, als der Geist (die Seele) des Ortes bezeichnet. In dieser Form ist der behütende Gedanke eines göttlichen Wesens wesentlich älter als der christliche Glaube, der wie bei vielen anderen Dingen auch hier auf ältere Traditionen zurückgreift.

Den Höhepunkt im katholischen Glauben erreichte die „Schutzengelbewegung“ im 15. und 16. Jahrhundert. Damals wurde auch das Fest des Erzengels Michael auf den 29. September festgeschrieben. Das Schutzengelfest wurde dann 1670 von Papst Clemens X. auf den 2. Oktober gelegt.

Rein statistisch interessant ist auch die Info, dass es mehr Menschen gibt, die an Schutzengel glauben, also solche, die an Gott glauben oder einer entsprechenen Religionsgemeinschaft angehören. Schutzengel sind demnach überkonfessionell und man trifft sie in zahlreichen esoterischen und spirituellen Foren und Gemeinschaften an.
Wer sich auf die Suche nach seinem persönlichen Schutzengel machen will, findet im Netz unzählige Tipps und unterschiedlichste Anleitungen.

Ihnen gemein ist die Info, dass man sich bewusst immer wieder an seine geistigen bzw. himmlischen Fürsorger wenden soll, sich bei ihnen bedankt und sie auch fodern darf:

„Der Wunsch unseres Schutzengels, uns zu helfen, ist weit größer als unser Wunsch, uns von ihm helfen zu lassen!“
Don Bosco

Wer schon länger auf eine Gelegenheit wartet, sich bei seinem Schutzengel oder einer wie auch immer gearteten Vorsehung, die einem vor schlimmen Ereignissen beschützt (hat), zu bedanken, für den ist der 2. Oktober der ideale Tag dafür, um sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. Jeder andere Tag tut es natürlich auch. Doch die Zeit Anfang Oktober, wenn sich der Jahreskreislauf zur dunklen Jahreszeit hin dreht und die Jahreszeiten wechseln, ist besonders dafür geeignet. Laut alten Überlieferungen sind nun die Grenzen zur anderen Welt offen, man kann nicht nur mit den Ahnen und Geistern leichter kommunizieren. Auch der Zugang zum inneren, höheren Selbst, dass dem Schutzengel nicht ganz unähnlich ist, ist nun leichter. Die Energie dieser Jahreszeit hilft einem nun, mit den eigenen Wurzeln und Werten in Kontakt zu kommen. Mitunter findet man da dann auch seinen persönlichen Schutzgeist (wieder).

Erntedankfest

Oktober 007Das Jahreskreisfest Mabon – Erntedank wird rund um den 23. September, nahe der Tag und Nachtgleiche, gefeiert. Im evangelischen, aber auch im katholischen Raum ist es allerdings auch üblich, dass man das Fest am Sonntag nach Michaeli (=29. September), also Anfang Oktober feiert.

Infos rund um das letze Fest im Jahreskreis, Erntedank und den Michaels-Tag sind hier zu finden:

St. Gallustag, 16. Oktober

Oktober 201Hier sieht man gut, dass sich Bräuche regional unterschiedlich gestalten. So ist je nach der Phänologie und dem Klima entweder am 29. September, also zu Michaeli, Almabtrieb und Ernteschluss, oder Mitte Oktober, am St. Gallustag. Und regional angepasst natürlich auch irgendwann dazwischen.

Fakt ist: in der Zeit zwischen Ende September und Mitte Oktober sollen alle Erntearbeiten erledigt , dass Vieh von den Almen herunten und im Tal in Sicherheit gebracht worden sein und man begann sich nun intensiv auf den Winter einzustellen.

Auf St.Gall‘ bleibt die Kuh im Stall.

Meist gibt es auch ab Mitte Oktober die ersten Nachtfröste, was auf dem Land dazu geführt hat, dass man nun mit dem Schlachten für den Winter begonnen hat (siehe auch oben, bei den anderen Namen für den Oktober). In Zeiten, als es noch keinen Kühlschrank gab, war man auf die Witterung, Räuchern und Pökeln angewiesen, damit das wertvolle Fleisch haltbar gemacht werden konnte. Das Winterschlachten war auch ein üblicher Weg, um den Viehbestand auf ein Maß zu reduzieren, der gut über den Winter gebracht werden konnte. Aus dieser Zeit stammen dann auch die diversen Festessen rund um Allerheiligen und Martini, die das Spirituelle mit dem Praktischen verband, denn alles konnte man nicht haltbar machen. Bevor es in die wirklich karge Zeit ging, wurde noch einmal ordentlich gefeiert und der Überschuss zusammen gegessen.

Der Gallustag war aber auch vielerorts ein Stichtag, ab dem die Ärmeren in der Bevölkerung auf den Feldern nachlesen durften, also das Getreide und die Feldfrüchte einsammeln konnten, die liegengeblieben waren. Es „gehörte“ sich auch, dass man während der Ernte die Ecken der Felder nicht miterntete und so einen Beitrag tat, um denen, die vom Glück ausgelassen wurden, ein Almosen zu geben, dass sie selbst einholen konnten.

Nationalfeiertag

flag-116770_FahneOestereichEs ist immer wieder spannend, wenn man am 26.Oktober stichprobenartig eine kleine Rundfrage startet, was denn an diesem Tag so gefeiert wird. Die lustigste Antwort erhielt ich einmal von einem eifrigen Volksschüler: „Die Freizeit!„. Nun ja, nicht so ganz ;-)

In Österreich wird mit dem Nationalfeiertag das Gesetz zur österreichischen Neutralität gefeiert. Die Geschichte, wonach an diesem Tag der letzte Besatzungssoldat Österreich verließ, ist nett, aber nicht so ganz richtig, wenngleich mit einem wahren Kern:

Der Staatsvertrag, in dem Österreich seine staatliche Souverenität erhielt, wurde am 15. Mai 1955 feierlich unterzeichnet. Darin war unter anderem auch festgelegt, dass 90 Tage später die Besatzungstruppen das Land verlassen haben sollten. Am 25. Oktober, den 90. Tag nach der Unterzeichnung, übergaben die Briten offiziell die letzte besetzte Kaserne (Lendorf, bei Klagenfurt in Kärnten). Die letzten britischen Soldaten verließen das Land allerdings am 29. Oktober.
Der letzte russische Soldat, der gerne als „der“ letzte Besatzungssoldat in der obigen Geschichte genannt wurde, verließ das Land schon mehr als einen Monat früher, am 19. September. Die Geschichte, wie Eingangs beschrieben, wurde laut Ministeriumsdirektive so in den Schulen dargestellt, dass nämlich der 26. Oktober der Tag war, an dem kein Besatzungssoldat mehr im Land gewesen ist.

Von 1955 bis 1964 hieß der heutige Nationalfeiertag noch Tag der Fahne. Erst 1965 wurde beraten, welcher Tag der offizielle Nationalfeiertag Österreichs sein sollte. Es standen da mehrere zur Auswahl, doch der 26. Oktober gewann. Seit 1967 ist der Nationalfeiertag als gesetzlicher Feiertag eingetragen und arbeitsfrei.

Weltspartag

Oktober 101In der letzten Oktoberwoche ist es soweit: im ganzen Land beginnt das große Schlachten der Sparschweine. Zumindest war das früher so, als man in Kindergarten und Schule mit den angesammelten Groschen und Schillingen im Klassenverbund auf die Bank marschierte und sein mühsam Erspartes auf ein Sparbuch einzahlen ließ. Der Dank dafür (neben dem wachsenden „Vermögen“) waren kleine Geschenke, die man von den Bankangestellten an diesem Tag erhielt.

Heute hat sich das ziemlich verflacht und wenn es Geschenke gibt, so sind sie eher mau. Auch die Klassenausflüge an diesem Tag sind weniger geworden. Es wird zunehmend gespart, am Weltspartag. Mit allem. Und in vielen Ländern wurde er komplett aus dem Jahreskreis gestrichen.

Der Weltspartag (auf englisch World Thrift Day) wurde zur Förderung des Spargedankens und anlässlich des 1. internationalen Sparkassenkongresses ins Leben gerufen. Das erstemal feierte man ihn am 31. Oktober 1925.

Der damalige Grundgedanke dazu:

„Not a day of rest, but of work and conduct inspired by the ideal of Thrift with the view to propagating its principles by example, by word and by pictorial demonstration.

Die Idee dahinter war, so früh als möglich mit einer soliden Finanzerziehung zu beginnen und speziell dem Nachwuchs und denen mit geringerem Einkommen den Gedanken an Sparsamkeit nahe zu bringen. Im Lauf der Zeit wurde daraus allerdings das Verschleudern von immer billiger werdenden Werbegeschenken und eine reine Marketingaktion für die Banken.

Eigentlich schade, denn rein vom Grundaspekt her ist die Idee dieses Tages eine schöne, wenn man sie mal vom Bankgeschäft abkoppelt. Die aktuelle Jahreszeitenergie passt auch dazu, denn nun muss man sorgsam haushalten, damit die Vorräte gut über den Winter reichen, man ausreichend versorgt ist und keinen Mangel leiden muss. Sparen wird aber heutzutage gerne mit Geiz gleichgestellt und der ist leider nicht geil.
Einen Versuch ist es aber wert, den Tag dafür zu nutzen, sich Gedanken rund um seine Ausgaben, Einnahmen und das, was man so als Vermögen bezeichnet, zu machen. Dabei muss es nicht unbedingt um Geld gehen, im Gegenteil. So eine „Jahresbilanz“ kann durchaus auch andere Faktoren als Münzen und Bankvermögen beinhalten. Zeitlich passt der 31. Oktober da ganz wunderbar dazu um diesen persönlichen Kassasturz zu zelebrieren. Bei den früheren Völkern endetet das Jahr und mit November begann ein neuer Zyklus. Ein guter Zeitpunkt also, um einfach mal alles zusammenschreiben, was man in diesem vergangenen Jahr erreicht hat, was man vollendet, was man hinter sich gelassen hat und zusammenfassen was noch offen ist und dann gut überlegen, was davon man sich ins nächste Jahr mitnimmt.

Man bekommt dafür keine Spardosen oder Plastikkugelschreiber, aber man lässt mühsamen Balast los und bekommt ein gutes Gefühl für das, was man geleistet, erlebt, vollbracht hat und das trägt genauso Zinsen, wie eine Zahl am Konto. Nur spüren sich diese Zinsen einfach besser an.

Zeitumstellung

Zweimal im Jahr sorgt sie für Wellen der Empörung, besonders im Frühjahr, wo die Umstellung auf Sommerzeit mit der bekannten Frühjahrsmüdigkeit die Leistungskurve empfindlich drückt. Geht´s im Herbst wieder retour auf Normalzeit, maulen zwar auch viele, aber eine Stunde länger schlafen macht es zumindest einen Tag leichter erträglich.

Doch in Summe ist sie seit ihrer Einführung stark umstritten und der erhoffte Nutzen hat sich, wie man schon länger weiß, ins Gegenteil umgekehrt. Nicht nur spart man in Summe keine Energie, es wird sogar mehr verbraucht und dazu kommt, dass es an einem Montag nach der Zeitumstellung auch signifikant mehr Verkehrsunfälle gibt.

Für die Viehwirtschaft ist es speziell bei den kleineren Gehöften mühsam. Die großen haben ohnehin ihre Zeiten auf die Tiere ausgerichtet und „fahren“ durch, egal was die Uhr sagt. Doch kleinerer Bauern, die vielleicht die Landwirtschaft als Nebenerwerb betreiben, haben mit dem auferzwungenen Jetlag so ihre Probleme.

Kleine und große Kinder, Ältere und Kranke, Haustiere, Zug- und Flugpläne … kämpfen ganz besonders damit. Aber auch alle anderen spüren die Auswirkungen, selbst wenn es sie persönlich nicht so mitnimmt. Das gesamte Getriebe braucht eine gute Woche, bis es wieder rund läuft.

Jedes Jahr flammen die Diskussionen wieder auf und gäbe es eine Volksabstimmung, wäre die ganze Sache schon lange Geschichte. Aber was einmal eingeführt wurde, ist nicht mehr so leicht abzustellen und im Fall der Zeitumstellung müssten sehr viele Länder gleichzeitig an einem Strang ziehen.

Ende Oktober ist es dann also wieder soweit: Die Uhren werden auf die sog. „Normalzeit“ gestellt, wir gewinnen die Stunde, die man uns im Frühling genommen hat, zurück. In der Früh hat man nun die Chance, zumindest ein paar Tage lang, bei hellerem Morgengrauen aufzustehen. Dafür ist es abends nun schlagartig früher finster.

Merksprüche rund um die Zeitumstellung:

Für alle, die sich, wie die meisten, nicht merken, wann man die Uhr wie umstellt.

  • Die internationale Version:
    Spring forward, fall back.
    (=Im Frühling nach vorn, im Herbst zurück – wirkt als Wortspiel aber nur auf englisch)
  • Die kopflogische Version:
    Im Sommer zeigt das Thermometer PLUS und im Winter MINUS.
  • Die wienerische Schanigarten-Version:
    Im Frühling stellt der Schani den Garten vor´s Café, im Herbst stellt er die Sesseln zurück.

Halloween – Samhain – Allerheiligen

Rund um dieses erste Fest im Jahreskreis, das am Abend des 31. Oktober beginnt, habe ich schon hier viel geschrieben:

Samhain – Halloween – Allerheiligen & Allerseelen

Bauernregeln im Oktober

Oktober 105Der Winter wirft bereits seinen Schatten voraus und natürlich war es wichtig zu wissen, was da an Herausforderungen auf einen zukam. Ein Hauptgrund, warum sich die allgemeinen Bauernregeln mit einer Vorschau auf die kommenden Monate befasste. Aber auch das kommende Jahr kann man angeblich schon erkennen, wenn man das Wetter im Oktober zu deuten weiß:

  • Oktoberwind, glaub es mir, verkündet harten Winter dir.
  • Viel Nebel im Herbst, viel Schnee im Winter.
  • Ist der Herbst warm und fein, kommt ein scharfer Winter rein.
  • Blühen im Herbst die Bäume auf’s neu, währet der Winter bis zum Mai.
  • Wer den Acker im Herbst nicht stürzt, hat seine Ernte zur Hälfte gekürzt.
  • Nichts kann vor Raupen mehr schützen, als Oktobereis in Pfützen.
  • Hält der Oktober das Laub lange fest, / so sorge für ein warmes Nest.
  • Wie der Oktober, so der März, / das bewährt sich allerwärts.
  • Warmer Gilbhart bringt fürwahr, stets einen kalten Januar.

Und hier wieder die einzelnen Lostage, die die Vorschau präzisieren sollten, aber auch das bäuerliche Leben genau regelten:

  • 1. Oktober: Regen an Sankt Remigius bringt den ganzen Monat Verdruß.
  • 15. Oktober: An Hedwig bricht der Wetterlauf und hört das gute Wetter auf.
  • 16. Oktober:
    • Ist St.Gallus nicht trocken, folgt ein Sommer mit nassen Socken.
    • Mit St.Hedwig und St.Gall schweigt der Vögel Sang und Schall.
  • 21. Oktober: Wie der St.Ursula-Tag anfängt, soll der Winter beschaffen sein.
  • 25. Oktober: Zu Krispin werden die Fliegen hin.
  • 28. Oktober:
    • Simon und Juda, die zwei, führen oft den Schnee herbei.
    • Wer Weizen sät am Simonstage, dem trägt er goldne Ähren ohn´ Frag.
    • Ist’s an Judas hell und klar, gibt’s Regen erst ab Cäcilia.
  • 31. Oktober: St. Wolfgang Regen verspricht ein Jahr voll Segen.

Anderes, Ergänzendes & Besserwisserisches rund um den Oktober

  • In Amerika startet am 17. Oktober (lt. anderen Quellen ist es auch der 16. oder 25. Oktober) mit dem National Pasta Day die Nudelwoche. Zu diesem Zeitpunkt wurden früher die Nudelvorräte für den Winter gefertigt.
  • Im Mittelalter galt der Oktober als heiliger Monat, in dem man bevorzugte zu heiraten. Auch Könige heiraten angeblich meistens im Oktober.
  • Der Oktober beginnt außer in Schaltjahren mit demselben Wochentag wie der Januar.

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