Der Dezember: Weihemond, perchtig und sonnenwendig

Kalt soll er sein, Schnee soll er bringen und ansonsten sorgt er für den Kehraus am Jahresende – der Dezember. Bei uns der zwölfte Monat, in frührömischen Zeiten der zehnte, und der Monat, an dessen Ende die Sonne versinkt um aus der Dunkelheit neu wiedergeboren zu werden.

Die dunkelste Jahreszeit bringt zwar nicht immer den erhofften Schnee, aber dafür Weihnachtshektik in den Geschäften, was halt so gar nicht zur Jahreskreisenergie passt. Denn wenn es nach der geht, regiert im Dezember die ruhigste, stillste Zeit des Jahres, wo man sich nach innen wendet und nicht im Außen herumhecktelt. Früher war das auch so, heute reduziert sich diese naturbedingte Ruhe auf die Stille Nacht, die aus den Lautsprechern plärrt.
Schade, denn der Dezember hat viele Schätze für uns, wie man hier nachlesen kann.

Der Name

Mit dem September hat es begonnen, das eher simple Durchnummerieren der Monate, was auf die römische Zeit zurückgeht und nach dem August kaum noch kreative Namen brachte. Wobei das Durchzählen ja nicht so schlimm wäre, wenn die Zahlen wenigsten stimmen würden. Doch wie schon beim September, Oktober und November zuvor, hat auch der letzte Monat im Jahr einen Namen, der nicht zu seiner Reihung passt. Decem bezieht sich auf zehn. Bis zum Jahr 153 v. Chr. war das auch soweit ok, aber dann überarbeitete man den nun schon nicht mehr stimmigen Kalender, verschob den Jahresbeginn auf Januar und damit kam es zu der nun nicht  mehr logischen Namensfolge.

Versuche, den Dezember umzubenennen gab es wenige. Vermutlich weil das auch schon bei seinen Vorgängern nicht so funktionierte. Lediglich unter Kaiser Commodus wurde der Dezember als Exsuperatorius umbenannt. Aber nach dem Tod des Kaisers ging man wieder auf den alten Namen zurück.

Wesentlich treffender sind hier die alten Bezeichnungen, die in unserer Region genutzt wurden:

Julmond, Christmond, Heiligenmond

Der Julmond bezieht sich auf das Julfest, das Fest der Wintersonnenwende, und ist vermutlich eine der ältesten Bezeichnungen. Christmond ist die christliche Version davon und deutlich jünger, ebenso wie Heiligenmond oder Heilmond, da am Ende ja die Weihnacht steht, zu der lt. Liturgie „Christus das Heil“ bringt.

Dustermond & Wolfsmond

Diese beiden Bezeichnungen sprechen für sich – der Dustermond bezieht sich auf die Finsternis der kürzesten Tage. Der Wolfsmond, der je nach Region auch gerne für den Jänner oder Februar verwendet wird, geht entweder auf das nun zu hörende Wolfsgeheul zurück oder, je nach Quelle der man glauben mag, darauf, dass der große Wolf die Sonne verschlingt.

Weihemond oder Wihimanoth

Auch hier geht es im Namen um die Weihnachtszeit, die im Dezember liegt. Wihimanoth ist die ältere Version, Weihemond die jüngere.

Göttinnen & Heilige im Dezember

Im Dezember regieren die dunklen Göttinnen, die am Ende der Tage auf jeden warten. Eine davon ist die Percht.

Reif Dezember 2013 024Die Percht & die wilde Jagd

Sie zieht nun durchs Land, wild und ungestüm, bestraft die, die ihr keine Ehr erweisen oder sich übers Jahr nicht gut benommen haben. Speziell hat sie es auf die abgesehen, die sich an den schwächeren vergreifen. Auch sammelt sie die Seelen der Verstorbenen ein, um sie mit ihrem Gefolge in die Anderswelt zu bringen. Besonders angetan haben es ihr die Seelen der ungetauften Kinder, derer sie sich erbarmt und in ihr Gefolge aufnimmt.

Percht oder Bercht heißt sie im Alpenraum, aber sie ist auch als die Hulla, Holda oder Hollermutter bekannt. Manche nennen sie die Tödin. Der Hollunder ist ihr heilig und man sagt, dass man unter dem Hollerbusch auch den Zugang zu ihrem Reich findet. Im Märchen von der Frau Holle kann man ihr Wirken erfahren, aber auch in der Geschichte vom Teufel und den drei goldenen Haaren.

Die Percht wohnt in den Höhlen und den tiefen Tälern, im dunklen Wald, auf den Bergen und – siehe Frau Holle – auch im tiefen Brunnen. Überall dort also, wo man den Zugang zur Unterwelt oder Anderswelt vermutet.

So dunkel und wild sie in den Geschichten auch wirkt, ihr Name bedeutet das Gegenteil: Percht kommt aus dem althochdeutschen peratha und das bedeutet die Leuchtende, Glänzende.
Diejenigen, die sich übers Jahr gut aufgeführt haben und die Ruhezeit nun einhalten, werden von ihr mit Licht und allerlei Geschenken belohnt. Wer sich aber erdreistet in den Rauhnächten Wäsche zu waschen, zu spinnen, weben oder putzen (alles Synonyme für ehemals schwere Arbeiten im Haushalt), der bekommt ihren Zorn zu spüren.

Wer sie gnädig stimmen will, der sollte ihr und ihrem Gefolge in den kalten, finsteren Weihenächten Milch oder weißen Brei hinausstellen. Das mag sie und wenn die Schüsseln am nächsten Tag leer sind, so ist das ein Zeichen, dass die Percht ihre schützende Hand über Haus und Hof hält. In früherer Zeit wurden auf solche Weise auch die Armen gespeist.

Ihr Aussehen ist sehr unterschiedlich. Manchen erscheint sie wunderschön, in helle, leuchtende Gewänder gehüllt. Anderen widerum zeigt sie sich als ein hässliches, altes Weib – wie man sich bei uns dank der grimmschen Märchen die Hexen so vorstellte.

Heute erinnern die Perchtenläufe an die Geschichten rund um die Percht. Dabei ziehen mit Masken verkleidetet Männer (und fallweise auch Frauen) durch die Orte. Einerseits um die bösen Dämonen zu vertreiben, andererseits um die Menschen daran zu erinnern, dass sie sich an die Ruhegebote der Percht halten sollen. Auch hier gibt es schöne Masken (Schönperchten) und ganz arg „schiarche“ – die sog. Schirchperchten. Die Krampusläufe, die ja auch in dieser Jahreszeit stattfinden, sind eine spätere Version dieser Perchtenläufe, die man mit dem heiligen Nikolaus in Verbindung gebracht hat.

Hlg. Barbara

nature-107247_1280Sie wirkt auf mich immer als sanfte, christliche Version der alten Percht und manches hat sie auch mit ihr gemein, zum Beispiel den Wirkungszeitraum im Dezember – ihr Feiertag ist ja am 4.12. -, und dass ihr die dunkle, letzte Stunde der Sterbenden geweiht ist.

Ich habe hier schon vor einiger Zeit einen ausführlichen Artikel über sie geschrieben: Hlg. Barbara: Kirschblüten, Lostag und allerlei Brauchtum

Advent, Nikolaus, Weihnacht – Wintersonnenwende und andere wichtige Tage im Dezember

MariazellDistel2Der Dezember hat seinen alten Namen „Weihemonat“ wirklich verdient, denn in seine Zeit fallen zahlreiche Feste vieler Kulturen und Religionen. Und dann ist da natürlich noch die Wintersonnenwende, die seit jeher ein wichtiger Wendepunkt im Jahreslauf ist.

Bei den Römern wurden um diese Zeit die Saturnalien gefeiert, Festtage zu Ehren des Gottes Saturn, der als der Herrscher des uralten goldenen Zeitalters galt.
Bei den Germanen feierte man das Julfest, eines der wichtigsten Feiern im Jahreskreis. Man entzündete, wie zur Sommersonnenwende auch, große Feuer und brachte Opfer dar. Hier fußt auch der Brauch der Sonnenräder, die in manchen Regionen noch heute als feurige Kreise ins Tal gerollt werden. Der Brauch, dass in dieser Zeit die Arbeit ruhen soll, geht gleichfalls auf diese Feier zurück, denn auch die Germanen hielten Ruhe in diesen Tagen.

Spannend ist auch, dass das christliche Kirchenjahr ähnlich wie das keltischen im November endet. Bei den Kelten war Samhain das Neujahrsfest. Im Kirchenzyklus beginnt das neue Jahr am ersten Adventsonntag, der entweder Ende November oder Anfang Dezember ist.

Advent

AdventkranzAdvent ist die Abkürzung der lateinischen Phrase Adventus Domini, was „Ankunft des Herrn“ bedeutet. So wird die Zeit bezeichnet, in der sich die gläubigen Christen auf die Ankunft und Geburt Jesu Christi vorbereiten sollen.
Eine andere Bezeichnung für diese Zeit ist auch Epiphanias, was aus dem griechischen kommt, womit man im römischen Reich die Ankunft eines hohen Würdenträgers bezeichnete.

Ursprünglich ist der Advent eine Fastenzeit, ähnlich der vor Ostern. Es wurde nicht getanzt und es gab keine Festivitäten – eine weitere Parallele zu den Ruhetagen, die schon die Germanen kannten. Vielleicht kommt daher auch der Begriff der „stillsten Zeit des Jahres“. Das man sich mit den Nahrungsmitteln einschränkte war eine logische Sache. Um diese Zeit im Jahr wusste man noch nicht wie lange der kalte Winter dauern würde. Insofern musste man gut haushalten, damit die Vorräte bis ins Frühjahr reichen konnten. In der Zeit davor hatte man noch den Überschuss der Herden geschlachtet und ausgiebig gefeiert. Nun war Ruhe angesagt – wenig tun, wenig essen.

Die Dauer von vier Wochen für den Advent ist übrigens erst seit dem Jahr 1038 fix. Davor war es ein eher schwankender Zeitraum, der je nach Auslegung auch sechs Wochen dauern konnte.

Den Adventkranz gibt es übrigens auch noch nicht so lange. 1903 hatte ein gewisser Gerhard Lang die Idee, das Warten auf Weihnachten wöchentlich mit einer Kerze auf einem grünen Reisigkranz zu zelebrieren.

Die Idee Reisig im und rund ums Haus aufzuhängen, ist aber wesentlich älter und auch schon aus weit vorchristlicher Zeit bekannt. Da die Nadelbäume auch im Winter grün sind (zumindest alle bis auf die Lärche ;), wurde das als Zeichen gesehen, dass sich die Naturkraft in die grünen Nadeln zurückgezogen hat. Durch die Dekoration holte man sich etwas von dieser Naturkraft ins Haus. Zusätzlich damit verbunden ist auch gesundheitlicher Aspekt: Der Duft der Tannen, Fichten und Föhren tut den im Winter sehr strapazierten Atemwegen gut, das Harz ist ein wertvolles Heilmittel und auch die energetische Wirkung ist reinigend, schützend, heilend.

Hlg. Nikolaus

Sein Feiertag ist am 6.12., einen Tag vorher steht Krampus im Kalender und meist treten die beiden gemeinsam auf. Der eine, damit die Schlimmen gemaßregelt, der andere, damit die Braven gelobt werden. Heutzutage wird intensiv betont, dass der Krampus kein Erziehungsmittel ist und in vielen Gegenden wird der Brauch, dass der Nikolaus zu den Kindern kommt, jedes Jahr aufs neue intensiv diskutiert.
Aber jedes Jahr finden sich dennoch die roten Geschenksackerl, wahlweise mit einem Nikolo oder einem Krampus versehen, bei den braven und weniger braven großen und kleine Kindern ein. Ich vermute, dass dies mehr mit dem Konsumverhalten unserer Gesellschaft zu tun hat, was zumindest in Ansätzen dafür sorgt, dass manche Bräuche nicht aussterben.

Der Krampus kann als Überbleibsel der wilden Jagd der Percht gelten. Der Nikolaus hingegen ist die maskuline und christliche Antwort auf die alte Lichtgestalt der Höllerin.
Der hlg. Nikolaus lebte ca. 300 n. Chr. in Myra, das damals teils zum römischen und teils zum byzantinischen Reich gehörte. Der Name Nikolaus bedeutet übrigens „Siegreicher des Volkes“ … und wenn man den Sieg als etwas Helles, Glänzendes sieht, dann hat man ein weiteres Indiz auf die alten Percht-Geschichten.

Viel weiß man nicht über den heiligen Mann und wenig davon ist belegt. Die meisten Erzählungen wurden hunderte Jahre später nieder geschrieben. Eine davon besagt, dass der junge Nikolaus von seinem Onkel zum Priester geweiht wurde und dann als Abt in der Nähe von Myra tätig war. Er wurde wie viele anderen während der Christenverfolgung im Jahr 310 gefangen und gefoltert.
Berichtet wird auch von seinen Almosen, die er gern und viel unter den Bedürftigen verteilte. Unter anderem sein ganzes Vermögen. Aus diesem Umfeld sind auch zahlreiche Legenden bekannt, wo Nikolaus als wohltätiger Spender Menschen in Not geholfen hat – meist unerkannt. So warf er einem armen Mann, der seine drei Töchter mangels Mitgift nicht verheiraten konnte, des Nachts drei Goldkügelchen in die Stube. Daraus dürfte sich die in unsere Breiten geläufige vorweihnachtliche Geschenkaktion in Kooperation mit dem Krampus entwickelt haben. In Amerika wirkt er als Santa Claus zu Weihnachten und beschenkt die braven Kinder (und andere ;) indem er seine Geschenke durch den Kamin bringt. Bei uns war er im Biedermeier (1815-1848) noch als Geschenkebringer bei den Christbaumfeier unterwegs. Im Lauf der Zeit hat er sein Wirken auf den 6. Dezember zurückgezogen und dem lichtvollen Christkind das Weihnachtsfest überlassen.

Der hlg. Nikolaus ist speziell in den slawischen Ländern ein sehr beliebter Schutzpatron. Weiters gilt er auch als Schutzheiliger der Seefahre, Schiffer, Kaufleute, Rechtanwälte, Bäcker, Apotheker, Schneider und Fuhrleute. Außerdem hilft er gern den Studenten und Schülern, sowie Pilgern und Reisenden. Interessanterweise gilt er auch als Heiliger der Diebe und Gefängniswärter, ebenso wie der Prostituierten und aller Gefangener. Und natürlich ist er der Schutzpatron der Kinder, was zum eingangs erwähnten Brauchtum passt.

Mariä Empfängnis

FrauenmantelImEisIn heutiger Zeit müsste dieser Feiertag eigentlich Mariä Einkaufswahnsinn heißen. Seit der Freigabe des Feiertags für den Handel trifft man sich alle Jahre wieder zum Stau vor den Einkaufszentren. Eine besondere Herausforderung in der „stillsten Zeit“ des Jahres. Erfreulich ist, dass sich Jahr für Jahr mehr Geschäfte finden, die am 8.12. nicht offen haben. Was – um es ehrlich zu sagen – weniger mit einem bewussten Ausstieg aus dem Konsum-Mainstream zu tun hat, denn mit der simplen Tatsache, dass sich ein Offen halten auf Grund der höheren Lohnzusätze für die Angestellten nicht rechnet.

Ursprünglich wird am 8. Dezember die Empfängnis Marias gefeiert – nicht die, wo sie Jesus mit Hilfe eines Engels offenbart bekommen hat, sondern die, wo ihre Mutter (Anna) Maria empfangen hat. Exakt neun Monate später ist dann Maria Geburt.
In manchen Quellen wird auch Marias eigene Geburt bzw. Empfängnis als unbefleckt dargestellt. Und wenn man den Grundregeln der Parthenogenese folgt, dann ist es in diesem Fall zumindest vom Geschlecht her stimmig. Denn bei der sog. Jungfernzeugung handelt es sich um eine eingeschlechtliche Fortpflanzung, bei der Weibchen wiederum Weibchen hervorbringen, in Form von Klonen, alles ohne Zutun männlicher Geschlechtspartner.
Maria wäre demnach ein biologischer Klon ihrer Mutter Anna und Jesus müsste dann ein solcher seiner eigenen Mutter sein – aber da Jesus männlich war, gibt es rein biologisch ein wissenschaftliches Problem.
In Glaubensdingen ist das kein Problem, speziell da bei Mariä Empfängnis weniger die Mutter, denn die Tochter geehrt wird.
… was meiner Meinung nach nicht wirklich fair ist, denn ohne Oma Anna und ihr Tun gäbe es auch keinen Enkel Jesus. Die Ahnen zu ehren ist immer ein gutes Zeichen. Aber ok, ich habe die Geschichte nicht geschrieben.

Mariä Empfängnis gilt als Hochfest, es hat also glaubensbezogen eine besondere Bedeutung. In Österreich ist der 8. Dezember seit dem Jahr 1647 ein Feiertag. Damals hat Kaiser Ferdinand III. Maria als Dank für ihre Unterstützung zur Schutzheiligen von Österreich erhoben. Sämtliche ihrer Feiertage hatten und haben seither eine besondere Bedeutung. Während der deutschen Herrschaft und im 2. Weltkrieg war der Feiertag ausgesetzt, ab 1955 war er wieder aktiv.

Im Jahr 1995 hat man ihn dann für den Handel geöffnet und für eine seit damals anhaltende Diskussion gesorgt, ob man diesen Feiertag noch braucht oder ob man nicht ohnehin genug freie Tage hat und überhaupt und ausserdem …
Es soll hier jeder für sich entscheiden, ob der 8.12. ein freier Tag ist oder ob man da arbeitet. Wer sich von der Jahreskreisenergie leiten lässt, der weiß und spürt, dass ein Tag in Ruhe und ohne Trubel verbracht den inneren Umsatz an Freude und Erholung wesentlich mehr ankurbelt, als ein Tag an den Einkaufskassen mit tausenden anderen. Einfach ausprobieren und reinspüren. Und ein bisschen an die brave Oma Anna denken oder an die eigenen Vorfahren, denen man sein Dasein verdankt. Vielleicht wächst dann ein neuer, griffigerer Feiertagsbezug zu diesem umstrittenen Tag.

Luciatag

AhornImEis3Bis zum Jahr 1583 war der 13.12., der Feiertag der Hlg. Lucia, der kürzeste Tag des Jahres. Als Papst Gregor XIII. den Kalender reformierte, viel der Luciatag auf den Weihnachtstag, was dann zu einigen Umbauten im Heiligen-Kalendarium führte. Im Mittelalter bezeichnete der Luciatag das Ende der landwirtschaftlichen Tätigkeiten und den Beginn des Weihnachtsfastens.
Der Luciatag wird besonders in den nordischen Ländern Schweden, Dänemark, Finnland und Norwegen gefeiert und geht traditionell auf die uralten Sonnwendfeiern aus „heidnischer“ Zeit zurück.

So richtig „typisch“ wurde das Luciafest aber erst in neuerer Zeit. Im Jahr 1927 wurde erstmals eine Lucia durch eine Stockholmer Zeitung gewählt und das steigerte die Bekanntheit des Brauches in anderen Ländern enorm.

Die Hlg. Lucia von Syrakus war eine Frühchristin und Märtyrerin. Ihr Name bedeutet „die Leuchtende“ und sie gehört zu den Heiligen, deren Namen im Kanon des ersten Hochgebets genannt werden.
Geschichtlich gilt es als erwiesen, dass sie auch tatsächlich gelebt hat – eine Bestätigung, die nicht viele Heilige schaffen. Sie starb im Jahr 304 in Italien und man fand eine entsprechende Grabinschrift, die auf sie hinweist.
Ihr Geschichte ist ein frühchristlicher „Klassiker„: Lucia ist die Tochter eines römischen Bürgers. Ihr Vater stirbt früh, die Mutter will sie verheiraten, aber Lucia will ihre Jungfräulichkeit für ihren Glauben bewahren. Nach einer Wallfahrt, bei der ihre Mutter von einem Leiden geheilt wird, stimmt diese dem Entschluss ihrer Tochter zu. Das widerum traf den verschmähten Bräutigam, der sich mit einer Anzeige rächte und Lucia als Christin outete. Ein Grund, für den man damals noch grausam verfolgt wurde. Es kam zu einem Prozess, bei dem der Richter Lucia zur Strafe in ein Bordell einsperren lassen wollte. Aber das Mädel blieb standhaft und auch mit der gesammelten Kraft eines Ochsengespanns und 1.000 Männern konnte man sie nicht vom Platz bewegen. Ein göttliches Wunder, das sie aber auch nicht rettete. Man folterte sie, auch ihre Augen riss man ihr heraus – weshalb man sie auch für alle Leiden rund um das Augenlicht für zuständig erklärte – und tötete sie mit einem Stich in den Hals.

So dramatisch die Geschichte der Hlg. Lucia auch ist, das Fest am ihrem Hochtag hat wenig christliche oder religiöse Bezüge. Es findet eher nur zufällig am diesem Tag statt. Durch das gregorianische Verschieben und den Versuch, die heidnischen Bräuche zu christianisieren, sowie der Tatsache, dass man sich zu Weihnachten nicht verkleidete, brauchte es einen Namen für das Fest der Lichterbraut, das sich einfach nicht ausrotten ließ. Also griff man auf die Hlg. Lucia zurück, deren Name zumindest zum Inhalt des Brauches passte.

Der Ablauf des Luciafestes beginnt mit der Wahl einer Lucia, in der Familie ist das traditionell die älteste Tochter, die für die Umzüge und Feiern eine besondere Rolle übernimmt. Weiße, helle Kleider mit roten Schärpen und Lichterkränze auf den Köpfen gehören ebenso dazu, wie das Singen von Liedern und Umzüge. Die Kinder tragen Kerzen (heute großteils nur noch elektrische), es gibt Sternenknaben und Pfefferkuchenmännchen und auch ein paar Wichte tanzen mit.

Es gibt zahlreiche Varianten, auch eine für den Tiroler Raum, wo die Lucia manchmal sogar die Rolle des Nikolo übernimmt und Gaben verteilt . Weiter Infos und sehr übersichtliche Beschreibung des Luciafestes findet man hier.

Ein schöner Brauch ist der Lucienweizen: Am 13.12. wird Weizen in eine Schüssel mit Erde und Wasser gesät. In der Mitte soll sich eine Kerze befinden. Bis Weihnachten wächst der Weizen mit Glück gut 10cm und aus dem Kerzenschein und je nachdem, wie der Weizen gewachsen ist, soll man einen Blick in die Zukunft werfen können, speziell was den Ertrag der kommenden Ernte betrifft.

Wintersonnenwende

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… ein paar Gedanken dazu:

Rund um den 21.12. erreicht die Sonne den am weitest entfernen Punkt, die maximale Deklination zum Himmelsäquator.
Je weiter im Norden man wohnt, desto weniger Tageslicht hat man dann. In manchen Ländern im hohen Norden verschwindet die Sonne ganz.
Die Dunkelheit herrscht, der tiefste Ruhepunkt ist erreicht – wie bei einem Atemzug, der zwischen Ausatmen und Einatmen eine kleine Pause hat. Diese kleine Pause im Energiekreis des Jahres ist die Wintersonnenwende. Alles steht, absolute Ruhe, eine Pause in der langen Rückzugsphase … und dann schwingt das Pendel in die andere Richtung, das Einatmen beginnt, das Licht wandert wieder näher und die Dunkelheit beginnt sich zurückzuziehen.

Das Licht wird aus der Dunkelheit heraus geboren, die Bewegung entsteht aus der Ruhe heraus, der neue Atem fließt erst wieder in einen hinein, wenn man den alten Atem losgelassen hat – ein klarer, logischer Zyklus. Dennoch wird das Licht mehr verehrt, als die Mutter, die es hervorgebracht hat.

Auch wenn nun alle Jammern, dass es so finster, so nebelig, so dunkeldüster ist: wer die Dunkelheit nicht ehrt, der hat auch das Licht nicht verdient. Wir brauchen beides, den Tag genauso wie die Nacht, den Schatten ebenso wie den hellen Sonnenschein. Das man in vielen Bräuchen in der längsten Nacht des Jahres die Geburt des Lichtes feiert – und auch Weihnachten, die Geburt Jesu Christi ist nichts anderes – lässt einen leicht übersehen, dass zu einer Geburt mindestens zwei dazugehören: Das Kind UND die Mutter … und wenn man ganz genau sein will, sich nicht auf einen Engel verlassen möchte, dann braucht man auch einen Vater,damit es was wird.

Woher kommt diese Abneigung, das zu akzeptieren, was naturgemäß zum Leben dazu gehört?
Es ist vermutlich eine Mischung aus der alten, kreatürlichen Angst vor dem dunklen, unbekannten, tiefen Seinszustand, der einem immer ein wenig unheimlich ist, weil mit der Logik nicht so leicht zu verstehen. Und die zweite Komponente ist die moderne, neuzeitliche Forderung nach einem ewig anhaltenden Aufschwung, einem Dauerwachstum, das keine Ruhepausen kennen darf und wo 100% das Mindeste ist, was man abliefern muss. Dabei wird übersehen, dass nichts ewig wachsen kann, ohne hin und wieder Ruhe zu geben, und auch dann hat alles irgendwann ein natürliches Ende – nichts lebt ewig, nicht mal die Sonne, nicht mal das Universum. Das wissen alle Pflanzen und auch die Tiere haben es instinktiv verstanden. Aber der moderne Mensch will es immer weniger wahrhaben und die Ruhezeiten am liebsten ganz ausschalten.

Wer schläft, rastet, ruht … der kann nicht arbeiten, ist unproduktiv und behindert das Wachstum?
Wer schläft, sündigt nicht“ – sagt ein alter Spruch und ich finde, dass er in heutiger Zeit mehr denn je wichtig und wahr ist. Nur wer die Ruhe genießen kann, kann Ideen aus Träumen heraus spinnen und erkennt den Funken, wenn das Licht aus der Dunkelheit heraus geboren werden will. Da braucht es dann eine ruhige Hand und keine hektisch überarbeitete, zitternde, damit das zarte Fünkchen sich im Lauf der kommenden Jahresenergie zu einer Flamme und später zu einem nährenden Feuer wandeln kann.

Mit dem Feuer spielt man nicht„, heißt es auch, und wer es dennoch tut, der läuft Gefahr sein Bett einzunässen – hat man bei uns früher gesagt ;)
Wer sich heutzutage fahrlässig mit dem Feuer spielt, der läuft Gefahr durch Un-Achtsamkeit das Gleichgewicht zu verlieren und an eben dieser Flamme zu verbrennen. Burn out nennt man das dann und man bezeichnet es auch als die „Krankheit unserer Zeit“.

Wer hingegen akzeptiert, dass die Ruhe zur Bewegung dazu gehört, die Dunkelheit erst die Helligkeit ermöglicht und das Ausatmen ein notwendiges Tun fürs Überleben darstellt, der hat eine wichtige, universelle Lektion gelernt und versteht, was sich hinter dem astronomischen Begriff der Wintersonnenwende energetisch verbirgt.

Wer wissen will, wann sich das astronomische Wunder der Sonnenwende vollzieht, findet hier eine Liste mit den Daten der kommenden Jahre.

Der Thomastag

NebelImTalJeder kennt den Spruch vom ungläubigen Thomas – er bezieht sich auf den Apostel Jesu, der am längsten an der Auferstehung seines Herrn gezweifelt hat. Damit verharrte er aber auch am längsten in der Finsternis des Unglaubens und vermutlich ist ihm deshalb die längste Nacht des Jahres gewidmet.
Im Heiligenkalender ist der Tag des Hlg. Thomas zwar seit dem Jahr 1969 auf den 3.Juli verschoben, aber so leicht lassen sich die Überlieferungen und Bräuchen nicht umdatieren. Im Volksglauben ist der 21. Dezember der Thomastag und damit verbunden sind zahlreiche Rituale, die sich um das Deuten der Zukunft drehen.

Das man in der dunkelsten und längsten Nacht einen Blick auf das kommende erhaschen will, ist vermutlich ein uralter Brauch, den es schon lange vor Thomas gab. So gehörte das Bleigießen, dass man bei uns eher zu Silvester macht, zu diesen alten Brächen und man erhoffte damit einen Blick auf den oder die Liebste werfen zu können oder wollte herausfinden, wie es mit der Arbeit, dem Beruf und der Wirtschaft weitergeht.

Beim Schuhwerfen schmeißt man seinen Schuh, mit dem Rücken zur Tür stehend, hinter sich und wenn die Spitze Richtung Tür zeigt, dann war verließ man das Haus im nächsten Jahr öfter oder gar ganz.

Um Mitternacht widerum wärs gut einen Blick in ein stilles Wasser oder einen Spiegel zu werfen, denn mit etwas Glück kann man hier seinen oder seine Zukünftige sehen. Ein andere Brauch ist das Horchen auf einer Kreuzung, die ja seit jeher den mystischen Geistern vorbehalten ist. Wer sich Mitternachts auf so eine Kreuzung stellte, kann mitunter hören, was sich die Geister so über das kommende Jahr erzählen … es ist allerdings empfehlenswert, sich ein kaum bis nie befahrene Kreuzung auszuwählen. Sonst wird das Lauschen mitunter ein recht kurzes Vergnügen ;-)

Eine Orakel-Version, von der ich vor ein paar Jahren gehört habe, betrifft die Mistel und ihre weißen Beeren. Da diese bereits den zukünftigen Mistelbusch als Embrio in sich tragen, also nicht einfach nur Samen sind, besitzen die Beeren eine hohe Triebkraft. Man schmierte sie auf ein Fenster und schrieb einen Wunsch oder einen Namen darunter. Je nachdem wann und ob die Beere keimte wurde der Wunsch als erfüllbar angesehen bzw. gewann derjenigen, bei dessen Namen als erstes ein Keimling das Licht erblickte.

Es gibt eine unendliche Anzahl von Bräuchen rund um das Orakeln über das, was kommen wird. Karten legen, Traumdeutungen, Rätsel raten … und vieles mehr – hier kann man sich leicht ein passendes Ritual für sich oder eine Gruppe Gleichgesinnter zusammenstellen.

Viele dieser Bräuche haben sich in die Weihnachtsnacht oder zu Silvester hin verschoben. Insofern hat man also ein paar Tage Zeit, wenn man sich sein eigenes Winterritual kreiert und kann spontan für sich entscheiden, wann man sich mit dem, was sich nun offenbaren will, auseinandersetzen mag.

Weihnachten

Reif Dezember 2013 001Bei uns wird Weihnachten am Heiligen Abend, dem 24.12., gefeiert, in den angelsächsischen Ländern ist der Christtag, der 25.12., der tatsächliche Feiertag.

Das Datum wurde im Jahr 336 n.Chr. festgelegt und liegt sicher nicht zufällig nahe bei der Wintersonnenwende, wo man ja die Rückkehr des Lichts feiert. Rein rechnerisch geht es sich dann so aus, dass sich der 25. März, der auch als Tag der Weltschöpfung gilt, mit der Empfängnis Jesu zusammenpasst und damit nicht unzufällig den Frühlingsbeginn markiert (also annähernd). Fix in einer Synode definiert wurde das Weihnachtsfest im Jahr 813.

Als Familienfest im aktuellen Sinn hat sich das Weihnachtsfest erst im 19. Jahrhundert entwickelt. Im Mittelalter war das mit dem Schenken noch anders herum. Da erhielten die Landesfürsten von ihren Untertanen Geschenke, den sogenannte Chleinat. Neben dem Fürsten selbst erhielt auch seine Frau, die fürstlichen Bediensteten und auch so mancher Bürgermeister ein Chleinat, das meist aus Münzen bestand.

Der zweite Weihnachtsfeiertag, der 26.12., ist dem Hlg. Stephan gewidmet, der als einer der ersten Märtyrer gilt und speziell in Österreich einen hohen Stellenwert hat. Familiär ist der Stephanitag der traditionelle Besuchstag für und bei Verwandten. Man geht „Christbaum schauen“ und ich kann mich noch gut erinnern, das mein Großmutter regelrecht entsetzt war, als ich einmal den Christbaum kurz nach Neujahr abgeräumt und entsorgt habe, denn: „Den haben doch noch nicht alle gesehen!„.

In sehr viel früheren Zeiten gehörte die Stephansminne zum 26.12. dazu – das war ein Rotwein, der während der Messe vom Pfarrer gesegnet wurde und den man mit einem guten Kletzenbrot und anderen Köstlichkeiten gemeinsam verzehrte. Er sollte Schutz und Segen bringen, ebenso wie das Weihwasser oder Stephanswasser, dass man nun auf den Feldern, Haus und Flur versprengte.

An vielen Orten ist es auch heute noch üblich, am Stephanstag einen sog. Stephaniritt zu machen. Die Pferde werden gesegnet (auch die anderen Stalltiere) und man gemeinsam durch die Gegend, um diesen Segen auch in die Natur hinauszutragen.

Ein anderer, sehr irdischer Brauch, ist der Stephansbock oder Festbock – ein besonders starkes Bier, das speziell zu den Feiertagen genossen wurde und für so manchen Stephanirausch sorgte … und sorgt ;-)

Der Christbaum, unser heutiger Weihnachtsklassiker, ist als solcher erst seit der Mitte des 18. Jahrhunderts richtig bekannt. Wobei es auch schon davor immer wieder Bräuche gab, wo rund um die Wintersonnenwende Bäume, Reisig und grüne Zweige als Schmuck und Zeichen aufgestellt wurden.

Die Rauhnächte

RaeuchernBeifussMan schreibt sie mit oder ohne h – also Raunächte oder Rauhnächte und manchmal heißen sie auch Rauchnächte, denn es soll eifrig geräuchert werden in diesen Tage. Der Beginn wird heute meist mit Weihnachten, von 24. auf den 25.12., gesehen, aber auch der 21.12., der Thomastag, wird manchmal als Start genommen. 12 Nächte sind es meistens, eine für jeden der kommenden Monate, und das, was man nun träumt, ist ein Hinweis auf das, was im kommenden Jahr in diesem Monat werden wird.

Die wichtigsten Rauhnächte sind die an den besonders heiligen Tagen:

  • 21. auf 22.12. – Thomasnacht bzw. Wintersonnenwende
  • 24. auf 25.12. – Heiliger Abend
  • 31.12. auf 1.1. –  Jahresbeginn, Silvester
  • 5. auf 6.1. – Dreikönigstag bzw. Erscheinung des Herrn und meist die letzte der Rauhnächte

Andere Bezeichnungen sind Glöckelnächte, Innernächte oder Unternächte.

Klassisch wird in den Rauhnächten der Kräuterbuschen geräuchert, den man im Sommer, zur Zeit der Kräuterweihe segnen hat lassen. Oft finden sich auch Teile vom geweihten Palmbuschen aus der Osterzeit im Räucherwerk und natürlich all das, was man in dieser Zeit für Schutz und Gesundheit als hilfreich erachtet hat.
So ist beispielsweise die Mistel ein wunderbarer Räucherstoff in dieser Zeit, denn sie kann gut negative Gedanken und Schwingungen wenden (ideal bei Familienfeiern ;-), hilft bei der Traumdeutung und kann Licht ins Unterbewusstsein bringen – die Wahrnehmung erhöhen.
Gut ist nun auch der Wacholder, der eine ähnliche, aber etwas erdigere Wirkung hat. Auch die Harze unserer heimischen Nadelbäume sind nun passend, man kann sie auch gut als Weihrauchersatz nehmen, sie haben eine ähnliche Wirkung: reinigend, klärend, beruhigend und Licht bringend. Allerdings nicht zu viel davon nehmen, denn sie werden rasch intensiv.
Vorsicht ist bei Myrrhe geboten, die zwar rein thematisch auch sehr fein in diese Zeit passt, aber hier kann es sein, dass ein zuviel plötzlich uralte Themen nach oben bringt und das kann speziell im Familienkreis schnell unharmonisch werden.

Ich liebe es in dieser Zeit mit Rosenweihrauch zu räuchern. Neben der klassischen Wirkung des Weihrauchs bringt die Rose eine wunderbar harmonische Note ins Haus und das ist in dieser Zeit immer sehr hilfreich.

Gut ist es, zuerst mit reinigenden Kräutern, wie beispielsweise Beifuß oder Salbei durchs Haus zu gehen und erst dann mit den heilenden, segnenden, harmonisierenden Stoffen zu arbeiten. Auch das Austrommeln oder Rasseln passt nun gut, ich nehme dann als Abschluss auch gern meine kleine, uralte Messingglocke, die wir auch bei der Bescherung immer nehmen und die so einen herrlich klaren, alles durchdringenden (erweckenden) Klang hat.

Und natürlich gehört auch ein entsprechender Spruch dazu, den man sich idealerweise selbst ausdenkt oder man greift auf den uralten Klassiker zurück, der seit Jahrhunderten verwendet wird:

„Glück herein, Unglück hinaus!“

Wichtig bei jedweder Räucher und Reinigungsarbeit: Immer ein oder mehrere Fenster zumindest gekippt haben und davor, danach und während gut lüften!

Die Rauhnächte sind auf jeden Fall eine wunderbare Gelegenheit, sich mit der energetischen und durchaus auch haptischen Form der Reinigung seines Umfelds auseinander zu setzen. Es ist wirklich leicht, sich hier seine eigenen Rituale zu formen, einfach ausprobieren! Wer ein paar gute Hinweise rund um Räuchern und Rituale sucht, dem sei das Buch von Marlis Bader empfohlen: Räuchern mit heimischen Kräutern.

Silvester

Früher endete das Jahr mit dem 24. Dezember, also zu Weihnachten und mit der Geburt Jesu. Durch die gregorianischen Kalenderverschiebung wurde ein neues Jahresende geschaffen. Der Hlg. Silvester kam so zu der Ehre, das Jahr zu verabschieden und dem Altjahrestag einen heilige Namen zu geben.
Der Hlg. Silvester war der erste Papst, der heilig gesprochen wurde, obwohl er kein Martyrium erlitten hat. Über seine Geschichte gibt es viele Legenden, aber keine davon ist historisch belegbar. Interessant ist die Bedeutung seines Namens: Der Waldmann – von lat. Silva, Wald. Er ist der Patron der Haustiere, soll für eine gute Futterernte sorgen und ein gutes neues Jahr bringen.

Bei uns regieren in der Silvester-Nacht der Lärm, Trubel, laute Feste und natürlich die Feuerwerke. Etwas, dass mich immer wieder fasziniert. Sehe ich doch genau diejenigen, die durchs Jahr immer wieder jammern, dass das Geld hint und vorne nicht reicht, Unmengen an Böllern und Raketen in die Luft jagen – mit anderen Worten: Geld verbrennen. Insofern gestehe ich, dass ich diesen Brauch bis heute nicht so ganz verstehe. Allerdings mache ich mir dafür weniger Sorgen um unsere Wirtschaft, denn wenn die Leute dafür noch Geld haben, kann es so schlecht nicht bestellt sein. Traurig ist hier, dass der Hlg. Silvester zwar der Patron der Haustiere ist, aber gerade diese in seiner Nacht durch die Knallerei arg leiden müssen.

Das Böllern hat natürlich eine alte Tradition und mit dem Lärm sollen die dunklen Geister des alten Jahres verjagt bzw. verabschiedet und das neue Jahr willkommen geheißen werden.
Heutzutage nimmt das allerdings massiv überhand und man muss sich schon sehr weit in die Berge flüchten, wenn man einen Jahreswechsel in Ruhe begehen will.

Überliefert sind auch Feuerbräuche, die ähnlich wie beim Böllern, das alte Jahr verabschieden und dem neuen einen hellen Empfang bereiten sollen. Lagerfeuer, gemeinsam Tänze um das Feuer, über das Feuer springen … es gibt viele Möglichkeiten, diese Nacht festlich zu begehen.

Mein persönlicher Silvesterfavorit ist der TV-Klassiker Dinner for One, der für mich einfach zum letzten Tag des Jahres dazu gehört. Genauso wie das schottische Lied For auld long syne – ich bin seit Kindheit an eher anglophil veranlagt, was die „klassischen“ Lieder betrifft ;-)

Bauernregeln im Dezember

Reif Dezember 2013 026Für den Dezember gilt: Je kälter und schneereicher, desto besser. Hauptsache, es ist nicht warm, denn das wäre für das kommende Erntejahr gar nicht gut. Rund um die Weihnachtszeit gibt es allerdings auch das Wetterphänomen des sog. Weihnachtstauwetters – eine sog. Singularität, die in sieben von zehn Jahren auftritt.

Die allgemeinen Dezember-Bauernregeln:

  • Im Dezember sollen Eisblumen blüh’n, Weihnachten sei nur am Tische grün.
  • Ein dunkler Dezember deutet auf ein gutes Jahr, ein nasser macht es unfruchtbar.
  • Fließt im Dezember noch der Birken Saft, dann wird’s ein Winter ohne Kraft.
  • Dezember veränderlich und lind, ist der ganze Winter ein Kind.

… und hier die Regeln für die einzelnen Lostage:

  • 04.12.:
    • Nach Barbara geht’s frosten an, kommt’s früher, ist nicht wohlgetan
    • Barbara im weißen Kleid, verkündet gute Sommerzeit.
  • 06.12.: Regnet’s an St. Nikolaus, wird der Winter streng und graus.
  • 08.12.: Zu Mariä Empfängnis Regen, bringt dem Heu keinen Segen.
  • 13.12.: Wenn zu Lucia die Gans geht im Dreck, so geht sie am Christtag auf Eis.
  • 17.12.: St. Lazarus nackt und bar, macht einen linden Februar.
  • 24.12.:
    • Ein grüner Christtag, ein weißer Ostertag.
    • Wer sein Holz um Christmett fällt, dem sein Haus wohl zehnfach hält.
    • Ist’s Heiligabend hell und klar, folgt ein höchst fruchtbares Jahr.
  • 26.12.: Windstill muss St. Stephan sein, soll der nächste Wein gedeih’n.
  • 27.12.: Hat der Evangelist Johannes Eis, dann macht es auch der Täufer heiß.
  • 28.12.: Habens die unschuldigen Kindlein kalt, so weicht der Frost noch nicht so bald.
  • 29.12.: Wie das Wetter heute, so ist es im Mai.
  • 31.12.: Silvester Wind und warme Sunnen, wirft jede Hoffnung in den Brunnen.

Anderes, Ergänzendes & Besserwisserisches rund um den Dezember

  • Der kürzeste Tag des Jahres, der 21. Dezember, hat bei uns meist nur 7 bis 9 Stunden Licht, je nachdem wie weit im Norden man wohnt.
  • Der Dezember beginnt immer mit demselben Wochentag wie der September.
  • Ist der 29., 30. oder 31. Dezember ein Montag, werden die Tage ab Montag der ersten Kalenderwoche des Folgejahres zugerechnet. In diesem Fall endet die letzte Kalenderwoche des Jahres nach der DIN-Norm mit dem letzten Sonntag des Dezembers. Ein solches Jahr hat dann immer 52 Kalenderwochen.

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