Empfehlungen & Linktipps,  Kunterbunt & Anderes

Anthropozän: Willkommen auf der Gebrauchterde

Wir leben in einem neuen Erdzeitalter …

… „Es ist veraltet, die Erde als natürliches Ökosystem zu sehen, das von Menschen gestört wird. Vielmehr ist die Erde bereits ein Humansystem mit eingebetteten natürlichen Ökosystemen geworden.“ Natur ist mittlerweile vor allem Menschenwerk. Der Planet wird nie wieder derselbe sein. …

Das Holozän wurde vom Anthropozän abgelöst.
Eine Bezeichnung, die zwar noch nicht offiziell ist, aber dennoch schon genutzt wird – und passt.
Anthropozän kommt von „anthropos“ … Mensch.
Eine Auszeichnung ist diese Bezeichnung nicht wirklich. Wir haben diesen Planeten während der letzten tausend Jahre komplett umgestaltet, ihm unseren bleibenden (?) Stempel aufgedrückt. Allerdings weniger im Sinne einer Weiterentwicklung, mit Hinblick auf „Optimierung“, sondern mehr im Sinne von Ressourcen-Vernichtung, Ökoraum-Zerstörung und der hirnlosen Vernichtung von Arten.

Der Mensch, der sich so gern als Krone der Schöpfung bezeichnet, hat nunmehr zumindest Einzug in die wissenschaftliche Bestimmung der Geschichte seines Heimatplaneten gefunden. Ein Titel mit bitterem Beigeschmack.

„Mikrofasern aus unseren Outdoorjacken finden sich in den Ozeanen.“

„Wir produzieren jährlich fast so viel Plastik, wie es der Biomasse aller auf der Erde lebenden Menschen entspricht. Plastik findet sich bereits in allen Ablagerungsräumen der Erde, vom Gebirgstümpel bis zur Tiefsee und wird so als Technofossil zu einem der wichtigsten Leitfossilen des Anthropozäns werden.

Toll.

Blöderweise graben wir uns damit unser eigenes Grab. Denn im Zuge dieser grauslichen Entwicklung, mit der wir die Erde heimsuchen, steuern wir auch auf eine neuerliche Aussterbewelle zu, die sechste in der Erdgeschichte.
Dummerweise brauchen wir aber eine breite Biodiversität, damit wir hier weiter existieren können.
Ob wir noch Zeit haben, die Notbremse zu ziehen und das Anthropozän zu einem besseren Zeitalter zu gestalten?

Um es wienerisch zu sagen: Es warat wegen der guten Nachred´…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.