In unserer radiästhetischen Praxis gibt es immer wieder einen Punkt, der für Fragen, ungläubiges Staunen und auch Lachen sorgt – nämlich wenn das Gespräch auf den sog. „kosmotelurischen Schlot kommt. Der Name wirkt sperrig, klingt hochkompliziert. Und gleichzeitig beschreibt er ziemlich genau, worum es geht.
Schauen wir uns diesen Begriff mal in Ruhe an:
Kosmo verweist auf den Kosmos – den Himmel, das „Oben“.
Tellurisch verweist auf Tellus, die römische Göttin der müttlerichen Erde, heute eher bekannt als Terra Mater. Tellus entspricht in etwa der griechischen Gaia. Hier steht sie füd das „Unten“.
Und ein Schlot? Den kennt man vom Rauchfang: eine vertikale Röhre, die verbindet.
Radiästhetisch betrachtet ist ein kosmotelurischer Schlot also eine vertikale energetische Verbindung zwischen Himmel und Erde. Eine Art Säule, die oben und unten koppelt.
Inhaltsübersicht
Wie zeigt sich so ein Schlot?
In der radiästhetischen Praxis begegnet uns diese energetische Struktur meist als (unsichtbare) spindelförmige Säule.
Sie verengt sich, weitet sich wieder – ähnlich einer Sanduhr. Und sie pulsiert.
Dieses Pulsieren ist kein gleichmäßiges mechanisches Ticken, sondern wirkt fast lebendig. Mal schneller, mal ruhiger. Je nach Ort, Wetterlage, Mondstand oder Qualität.
In unserer eigenen Arbeit ist uns diese Form immer wieder begegnet. Ob es ausschließlich diese Erscheinungsform gibt? Das lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen. Die Natur ist erfahrungsgemäß variantenreich. Aber die spindelartige Struktur ist die häufigste Beobachtung.
Einen Schlot mit freiem Auge in der Natur zu erkennen ist schwierig, denn es gibt keine “klassische” Wuchsform bei Bäumen oder ähnlichers. Da die Ursachen für die Entstehung von Schloten sehr unterschiedlich sind, gibt es auch keine allgemein gültigen Hinweise, die für alle Formen gleichermaßen gelten.
Natürlich entstanden – oder menschengemacht?
Beides kommt vor.
Natürliche Schlote finden sich häufig:
- an Kreuzungspunkten energetischer Linien
- in geomantischen Zentren
- bei sogenannten Blind Springs (aufsteigende Wasserbewegungen)
- an Erdeinatmungs- oder Erdausatmungspunkten
Gerade aufsteigende Wasserbewegungen erzeugen häufig eine vertikale Energiesäule.
Daneben gibt es Schlote, die durch menschliche Tätigkeit entstehen können.
Wiederholte Rituale an ein und demselben Ort, Skulpturen (Statuen, Bildstöcke …), stark aufgeladene Symbole oder Bauwerke können eine solche Struktur begünstigen.
Wichtig ist hier das Wort Wiederholung.
Ein einmaliges Ritual erzeugt meist keine stabile, dauerhafte Verbindung. Erst wenn ein Ort über längere Zeit bewusst genutzt wird, kann sich eine energetische „Leitung“ etablieren. Das gleiche gilt für das energetische Aufladen von Skulpturen, wie einer Statue oder ähnliches. Es reicht nicht, eine Statue oder einen Bildstock zu kreieren, es braucht auch die entsprechende Intention, die innere Zuwendung und das (regelmäßige) Aufladen mittels Zuwendung über einen längeren Zeitraum.
Deshalb finden wir Schlote nicht selten bei alten Kultplätzen, in Tempelruinen oder historischen Kirchen. Die Menschen sind längst nicht mehr da – die energetische Prägung kann dennoch wahrnehmbar bleiben.
Hier ein Schlot im Schlosspark Laxenburg, nahe Wien, in einem Wäldchen nahe des Pavillions. Bei diesem Schlot haben wir festgestellt, dass die energetische Qualität von rechts- auf linksdrehend und umgekehrt pulsiert und auch einmal von oben nach unten und dann anders herum. Die Ursache für diesen Schlot scheint aus unserer Sicht von oben zu kommen – somit eine kosmische Einstrahlung.
Von der Wuchsform her kann man ein Ausweichen der Bäume rundum erkennen und eine leicht kreisförmige Anordnung.

Planetare Qualität – was heißt das?
Viele Schlote tragen eine deutlich spürbare energetische Signatur. In der geomantischen Sprache wird diese oft mit archetypischen „planetaren“ Qualitäten beschrieben.
Dabei geht es nicht um astronomische Planeten im physikalischen Sinn, sondern um Symbolik:
- Mars – aktivierend, antreibend, kämpferisch
- Venus – harmonisierend, verbindend
- Jupiter – ordnend, stärkend, machtvoll
Ein Jupiter-geprägter Schlot im Bett kann beispielsweise zu innerer Unruhe, Gedankenflut und dergleichen führen.
Im Ritualraum hingegen kann genau diese Qualität bewusst genutzt werden – wenn man weiß, womit man arbeitet.
Schlote sind also keine „Störfelder“ per se. Sie sind Energien mit Charakter.
Von oben nach unten – oder umgekehrt?
Auch die Fließrichtung ist spannend.
Manche Schlote strahlen überwiegend von der Erde in den Himmel. Andere wirken, als würde Energie von oben nach unten fließen. Bei natürlichen Strukturen kann sich diese Richtung auch verändern.
Bei Erd-Ausatmungspunkten geht die Bewegung meist nach oben.
Bei Erd-Einatmungspunkten eher nach unten – fast wie ein energetischer Sog.
Bei Ritualplätzen kann sowohl als auch auftreten, jedoch eher von unten nach oben.
Radiästhetisch lässt sich das mit Tensor oder Rute gut differenzieren.
Wie fühlt sich ein Schlot an?
Viele Menschen beschreiben im Einflussbereich eines Schlotes:
- innere Aktivierung
- verstärkte Gedankentätigkeit
- emotionale Bewegung
- ein Gefühl als würde man „Angestuppst“ bzw. als würde da etwas Pulsieren
- Mitunter unangenehme Hitze, höherer Puls, ansteigen des Blutdrucks …
Im Naturraum ist das Ganze meist unproblematisch.
Im Schlafbereich kann diese dauerhafte Aktivierung jedoch massiv störend sein. Wer mitten in der Nacht aufwacht, ohne ersichtlichen Grund, sollte auch vertikale Strukturen wie einen Schlot als Ursache in Betracht ziehen.
Im Ritualkontext dagegen kann ein Schlot unterstützend sein: Wiederholte Arbeit am selben Ort verstärkt die Verbindung. Wer regelmäßig rituell am selben Ort arbeitet, „dockt“ gewissermaßen an eine bereits bestehende Verbindung an.
Was tun, wenn ein Schlot im Bett liegt?
Zuerst: ruhig bleiben.
Nicht jeder Schlot muss entfernt werden.
Entscheidend ist, ob er stört.
Im Schlafbereich lohnt sich eine Ursachenforschung, denn häufige Auslöser sind:
- symbolisch stark aufgeladene Objekte
- Steine – egal ob Heilsteine oder Feldsteine
- Ansammlungen von Steinen
- Statuen oder Bilder
- Ritualgegenstände, egal welcher Religion oder spirituellen Richtung
- Orakelkarten, Karten/Schriftstücke mit Glaubenssätzen
- Schmuck mit emotionaler Geschichte
- Deko-Gegenstände
- spirituelle Symbole oder Schriftstücke
- u.v.m.
Und immer wieder sind es Objekte, an die man nicht denkt – wie zum Beispiel als ich vor Jahren einen Schlot in meinem eigenen Bett fand und wir bei der Ursachensuche dann ein Stück Rinde identifizieren konnte, dass ich im Wald bei einem vom Blitz getroffenen Baum gefunden habe. Ich fand die Form faszinierend und habe es als Deko aufgehängt. Das es mir eine energetische Struktur mitlieferte, fiel erst nach einiger Zeit und einer mühsamen Suche auf.
Hier noch ein Tipp aus der Praxis: Meist fällt es einem selbst schwer im eigenen Umfeld klar zu erkennen, was Sache ist. Eine alte Weisheit besagt, dass sich selbst langjährig radiästhetisch Arbeitende für das eigene Umfeld Hilfe von anderen holen, damit eine objektive Aufnahme der Fakten leichter möglich ist. Man selbst steckt ja quasi “im eigenen Saft” und da fällt es einem generell schwer, den Balken im Auge zu finden. So war es auch bei meinem Bett und der Blitz-Rinde: Mein Kollege war es schlussendlich, der das Rätsel lösen und den Schlafplatz wieder beruhigen konnte.
Zurück zum Entschärfen eines Schlotes:
Wird der Auslöser entfernt, löst sich die Struktur meist von selbst.
Bei natürlich entstandenen Schloten kann ein gleichschenkeliges Kreuz aus Holz oder Stein zur Neutralisierung eingesetzt werden. Wichtig sind:
- exakt gleich lange Arme des Kreuzes
- zentrale Platzierung, mitten im Schlot
- regelmäßige Kontrolle, da natürliche Strukturen unter Umständen ihre Lage verändern können
Das Kreuz sollte in etwa 8-10cm im Quadrat haben. Die genaue Mitte des Schlotes lässt sich radiästhetisch bestimmen.
Fazit
Der kosmotelurische Schlot klingt kompliziert, ist aber ganz simple eine vertikale energetische Verbindung zwischen Himmel und Erde.
Er pulsiert, hat oft eine eigene Qualität und kann natürliche oder menschengemachte Ursachen haben.
Er ist weder gut noch schlecht. Er ist einfach da.
Und wie bei allen radiästhetischen Phänomenen gilt:
Nicht bewerten – sondern bewusst wahrnehmen und sinnvoll einordnen.


