Räuchern in den Rauhnächten – meine Mischung für 2016

Die Zeit zwischen Wintersonnenwende am 21. bzw. Weihnachtsabend am 24. bis zum 6. Jänner, dem 3-Königstag, ist die viel zitierte „Zeit zwischen den Jahren„: Die Rauhnächte

Keine schwere Arbeit, statt dessen Ruhe, Besinnung, Geschichten erzählen – alte, neue, erlebte und erfundene. Diese Tage und Nächten gehören der inneren Familie, einem selbst und denen, die einem nahe stehen. Wer sich nicht daran hält, dem spuckt die Percht, die mit ihrer wilden Jagd nun durch die Lüfte zieht, in die Suppe – womit nicht nur der Mittagstisch gemeint ist.

Klassisch wird nun auch geräuchert. Man kann dazu die Kräuter aus dem im Sommer gesammelten Kräuterbuschen nehmen oder man mischt sich eine eigene Rauhnachtsräuchermischung zusammen. Manche räuchern jeden Tag nur ein bestimmtes Kraut oder ein Harz, andere wieder nehmen nur Weihrrauch. 
Ob man täglich ein wenig oder einmal intensiv räuchert – auch das ist bei jedem anderes und genauso individuell, wie und ob man ein Ritual daraus macht. 

Schön ist es, wenn man die ganze Familie dazu einlädt, zu diesem Räucherritual. Speziell für Kinder hat das einen ganz besonderen Zauber. Aber auch allein für sich selbst, vielleicht in Verbindung mit einer Meditation, einem bewussten Innehalten, entfaltet sich die Magie dieser Räucherung gut. 

Man sagt, dass man in den zwölf Nächten einen Blick auf das kommende Jahr werfen kann. Jede Nacht ist einem anderen Monat geweiht. Ein Traumtagebuch zu führen bietet sich hier an, oder man geht in eine bewusste Trance und träumt sich das Jahr zusammen und verabschiedet sich vom vergangenen. Mit einem Danke für das, was war – egal wie es war, es war so und darf abgehackt werden. Und einer Bitte, für das, was kommt – weil Wünschen etwas ist, das man immer darf. Sich vorweg ein paar Orientierungspunkte zu setzen, damit das Wünschen dann auch gut klappt, gehört auch dazu – denn auch das Wünschen will gelernt sein ;-)

Man kann sich auch Unterstützung holen – die Freiraumfrau Angelika Bungert-Stüttgen bietet beispielsweise eine sehr schöne Begleitung an – siehe hier.

Ich mische mir meine Räuchermischungen meist anlassbezogen und spontan zusammen. Dann und wann mache ich mehr und verschenke es im Freundes- und Bekanntenkreis. Für meine heurige Rauhnachtsmischung habe ich Zutaten gewählt, die mich im vergangenen Jahr begleitet haben. Die meisten hab ich selbst gefunden, einige sind mir geschenkt worden, andere waren schon immer da. 12 sind es schlussendlich geworden und ich schenke euch meine Mischungsrezeptur, als kleine Inspirationshilfe für eure eigene Rauhnachtsmischung. Ihr könnt alle, oder nur einige oder jeden Tag eine andere nehmen – lasst euch von eurem Bauchgefühl leiten, ihr werdet das richtige nehmen! 

Speziell für die Familienfeiern aber empfehle ich euch die Mistel ganz besonders. Die kann schon im Vorfeld gewisse Spannungen wegnehmen und sorgt für eine harmonische Stimmung im Haus, wo negative Gedanken gar nicht erst aufkommen wollen. 

Rauhnachtsräuchermischung 2016

Die Mengen sind nach Gefühl zusammen gemischt und meist annähernd gleich. Außer bei Styrax, da reicht wenig, weil der sehr intensiv ist. 
Weihrauch habe ich diesmal vermieden, den mag nicht jeder und manche reagieren mit deutlichem Unwohlsein darauf. Copal ist ein guter Ersatz, der eine ganz besondere Schwinung hinein bringt. 
Der Duft ist in Summe angenehm holzig, erdig, mit leichter Vanillenote. Und die Wirkung? – findet es raus ;-) Ich freue mich, wenn ihr mir davon dann berichtet!

Misteln
drehen negative Energien, sorgen für himmelwärts gerichtete Gedanken
Königskerze
richtet auf, sorgt dafür, dass man Mut fasst und sich gestärkt fühlt
Berufskraut
bereinigt Flüche, lässt Verwünschungen verschwinden, „takes the spell from you“ – löscht die schlechte Nachred´, die einem im Nacken sitzt
Johanniskraut
der Lichtbringer, wenn die Dunkelheit zu finster wird, der Mutmacher, wenn die Seele zittert
Rosenblüten
erinnern an die Liebe, das Leben und die schönen Seiten des Daseins, verbinden mit den Harmonien, die immer da sind, aber oft vergessen werden, sorgen für Romantik, im gesunden Ausmaß
Mädesüß
segnet die Räume (auch die inneren), reinigt und harmonisiert, beruhigt aufgeregte Gemüter, gut gegen Kopfschmerz und Migräne
Islandmoos
ruft die hilfreichen Wichtel, Kobolde und Elfen herbei, bringt das Lachen in die Seele und erinnert an die Fantasie im Leben
Sandelholz
für einen wachen Geist, gibt einem die innere Ruhe wieder, hilft den Seelenschmerz zu heilen, verbindet zu und ehrt die Ahnen
Wacholder
damit auch die Tiefe gewürdigt wird und man seine Wurzeln stärkt, wärmt die Seele und den Magen, gibt Schutz und Sicherheit
Tonkabohne
erdet und sorgt für körperliches Wohlbefinden, schließt die weniger feinen Düfte und Emotionen ein, wandelt sie und beruhigt, stärkt das Urvertrauen, sorgt für Zufriedenheit
Styrax
harmonisiert, löst Spannungen, beruhigt Geist und Seele, hilft einem, die Klarheit wieder zu finden, erinnert an die innere Weisheit und hilft, sie neu wahrnzuehmen
Copal Gold
Gibt Schutz, stärkt die Abwehr und kräftigt die eigene Magie, lenkt den Blick auf das Wesentliche, stärkt die Sinnlichkeit und die innere Ruhe

Tipps &Anwendung:

  • Zu den Rauhnächten abends oder wann immer man das Gefühl hat, etwas Kraft und Ruhe zu brauchen, wenn jemand krank ist oder ein Streit in der Luft liegt – kann man auch vorsorglich machen, zum Beispiel vor „spannenden“ Familienfeiern: eine Prise räuchern und den Duft durchs Haus tragen
  • Entweder auf der Räucherkohle, intensiv und her kürzer, oder sanfter und länger in einem Räucherstövchen, wo man einen leeren Teelicht-Behälter auf das Gitter stellt und dort das Räuchergut hinein gibt. So kann der feine Staub nicht in die Kerze fallen und verbrennt nicht so schnell.
  • Davor, danach, zwischendurch gut lüften
  • Ideal: Das Räuchern in eine kleine Zeremonie einzubinden, ein Ritual daraus zu machen, sich danach kurz Zeit nehmen und in die Wirkung hineinspüren

Bitte das Räucherstövchen und brennendes Räuchergut immer unter Aufsicht halten!

Mehr Infos über diese besondere Zeit im Jahr findet ihr in meinem Dezember-Artikel. Hilfreiche Lektüre über das Räuchern und Rituale gibt es unter den nachstehenden Links:

Frohe Festtage, eine friedliche Zeit zwischen den Jahren und einen guten Übergang, in ein neues, gesundes und schönes Jahr!

Herzlichst,
Michaela – MiA 

dezember-2017-006

2 Kommentare

  1. Liebe Michaela,
    zum Jahreausklang habe ich mir noch ein bißchen Stöbern in deinen wunderbaren Blogs gegönnt und bin zu meiner freudigen Überraschung sogar aufs Räuchern gestoßen. Soooo schön wie du das beschreibst, ich bin ganz begeistert.
    Sowieso begeistert mich deine Art zu schreiben sehr- daher zum Jahresabschluss nochmal ein herzliches DANKE dafür!
    Ich wünsche dir einen guten Übergang ins Neue Jahr.

    Liebe Grüße
    Claudia

    • Vielen Dank, ich freu mich sehr über deine Rückmeldung :-)
      Und wünsch dir ein wunderbares Jahr, mit feinen Erlebnissen und genussvollen Begegnungen!
      Herzliche Grüße, Michaela

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