KKP Jahresthema 2015: Wege

Maerz2013 068 - KKP Jahresthema 2015: Wege

Noch schläft die Natur und ich genieße diese Ruhezeit zwischen Wintersonnenwende und Lichtmess. Das ist immer eine gute Zeit zum Träumen, Ideen finden, Gedanken wandern lassen … In diesen Wochen werden die Samen für die künftigen Projekte gesponnen.
Ich versuche mir jedes Jahr ein Grundthema für meinen Kraftplatz-Blog zu überlegen und dieser Tage ist mir das heurige eingefallen (zugefallen?):

Wege

Foto 8Es gibt so viele Wege: solche, die man mit seinen beiden Beinen begehen kann, und andere, die nur für Autos, zum Befahren, geeignet sind. Manche wurden von Tieren geschaffen und ziehen im für uns nicht ganz durchschaubaren Wirr-Warr durch den Wald. Einige laden zum Flanieren ein, andere fordern uns zum Laufen auf. Jeder Weg ist anders und das erkennt man nicht nur am Belag oder an seinem Verlauf.

Auch die Wege, die man tagein, tagaus immer gleich geht, sind doch täglich ein wenig anderes. Unsere Füße formen Wege und nur die Wege, die begangen werden, bleiben auch welche. Die Wege, die wir gehen, sind mit uns verbunden und wir mit ihnen.

Foto 5Was passiert, wenn wir die Wege ändern, andere gehen, neue finden?

Wir kommen genauso wo an, aber vielleicht sind wir dann anders und nicht nur woanders. Ein und derselbe Ort, auf unterschiedlichen Wegen erreicht: Ist das dann noch der gleiche Ort?

„Geh weg!“

Diese Aufforderung kann man durchaus auch als „Geh deiner Wege“ verstehen. Im Weg steckt das Weg und somit ist klar: wer sich auf den Weg macht, der geht von etwas weg, hin zu was anderem.

Foto7Wer seiner Wege geht, ohne lang nachzudenken, der hat entweder geistig auf Autopilot geschaltet und träumt, ist mit den Gedanken beim letzten Meeting oder dem kommenden Abendessen, während der Weg sich vor ihm abspult. Oder er lässt sich von seinen Füßen zu neuen Wegen hin(ver)führen, offen für das, was sich da so ergibt am Weg und ohne bewusstes Ziel, das angesteuert werden muss. Beides hat seine Vorteile, ist sich sogar irgendwie ähnlich, aber das Ergebnis ist dennoch anders, auch wenn die Wege die gleichen wären.

„Move your ass, your mind will follow!“

Die ultimative Aufforderung, sich nicht auf dem Auszuruhen, was man schon geschafft hat und der Evolution eine Chance zur Entwicklung zu geben. Denn wer sich nicht bewegt, der erstickt sich selbst und läuft seiner menschlichen Natur zuwider. Damit die Bewegung in geregelten Bahnen erfolgen kann, macht man sich besser auf den Weg. Welcher das ist, bleibt jedem selber überlassen und nicht jeder muss zu Fuß abmarschiert werden.

Foto6Schließlich gibt es ja auch noch die Kommunikationswege, wo unsere Wörter auf und abmarschieren. Vom Mund zum Ohr (oder von der Tastatur zum Auge) und hoffentlich machen sie dann einen Umweg übers Gehirn, wo sie mit Glück richtig verstanden, bearbeitet, behandelt und gespeichert werden. Gerade auf diesem Weg gibt es leider ganz, ganz viele gemeine Stolperfallen. Die Kunst, etwas so misszuverstehen, wie es nie im Leben gemeint war, beherrscht der Mensch mitunter in höchster Reinkultur. Das Vier-Ohren-Modell von Schulz von Thun hat da schon mal vier der häufigsten Möglichkeiten zur Miss(t)interpretation veranschaulicht.

Der Rest entsteht durch mehr oder weniger bewusstes Nicht-verstehen-wollen/können, durch Sprachbarrieren, die auch gesellschaftlichen Ursprungs sein können, oder wenn man das Zuhören verlernt hat, es vielleicht gar nie richtig konnte. Bedenkt man all das, so ist es wahrlich ein Wunder, wenn überhaupt irgendetwas richtig verstanden und richtig interpretiert wird. Irrwege gibt es hier mehr als Autobahnen. Zusätzlich herrscht in unserer modernen Kommunikationswelt auch immer öfter ein Stau auf diesen Wegen – es ist einfach zuviel, was hier an Information hereinmarschiert. Wir brauchen ein inneres Verkehrskonzept,das ausfiltert, sonst bleibt das Hirn beim Nachdenken stecken.

Foto 2Neben der Kommunikation wandern auch unsere Gedanken auf Wegen. Manchen werden dann Abwege unterstellt – abwegig, nennt man das dann. Abseits des üblichen oder vorgegebenen Weges, eigentlich mehr im Krautacker angesiedelt. Auf jeden Fall aber nicht so, wie (gesellschaftlich?) erwartet oder im Moment erwünscht. Mit Glück wird ein nicht ganz so abwegig draus und damit besteht die Möglichkeit, dass sich hier ein neuer Pfad durchs Dickicht windet und man einen Weg für sich und andere bereiten kann. Auch die breitesten Straßen haben mal als schmaler Pfad begonnen. Irgendwann ist hier einer zum ersten Mal gegangen, unzählige sind ihm oder ihr gefolgt – so jemanden nennt man dann Wegbereiter.

Foto 4Neue Wege im Denken entstehen übrigens oft und gerne, wenn man gedankenlos auf natürlichen Wegen wandert. Zwei Beine marschieren durch die Landschaft, folgen einfach dem Weg, und der Kopf hat frei zum Luftholen, Ausspannen, Gedanken ziehen lassen. Das lockt gerne die Musen an, die schätzen so entspannte Spaziergänge, da haben sie den ganzen Kreativraum im Hirn zum Tanzen für sich. Als Dank für den freien Ballsaal spendieren sie dann ihre berühmten Musenküsse.

Für viele sind solche Spaziergänge auch ein Fluchtweg aus dem Alltag, dem sie auf diese Art und Weise lieber aus dem Weg gehen wollen. Manche gehen zu zweit, in Gruppen, mit Hund oder Pferd. Andere gehen allein und bevorzugen dann vielleicht auch noch Privatwege, die dem Rest verboten und nicht zugänglich sind.

Foto 3Wege gibt es unendlich viele

… und genauso viel kann man über das, was sich auf ihnen abspielt, erzählen. Von dem, was auf diesen Wegen alles möglich ist, warum sie gerade hier verlaufen, was sich abseits dieser Wege so abspielt, wem man hier alles begegnen kann und konnte, ob es heilige Wege sind oder solche, die von den Alten aus für uns heute unerfindlichen Gründen begangen wurden. Es gibt Kraftwege und geheime Wege, welche nur für Tiere und welche, die nur eingeweihten Menschen zugänglich sind. Manche Wege sollen auch zum Heil führen, andere bringen einen zu Kraftplätzen und Kultorten. Und natürlich kann man wunderbar über Wege philosophieren und auf diese Art mitunter auch neue schaffen.

Doch egal welche Wege man geht und welche wir gemeinsam gehen werden:

Sie beginnen alle mit dem ersten Schritt.

Im Laufe des Jahres werde ich euch in insgesamt sechs Artikeln etwas über diese Dinge, die man auf, neben und mit Wegen erleben und erfahren kann, erzählen. Dieser hier war der erste, der euch darauf einstimmen soll, damit wir uns gemeinsam auf den Weg machen können. Die weiteren Wegbeschreibungen folgen im zwei-Monats-Abstand (cirka ;).

Ich freue mich darauf, wenn ihr mich auf diesen Wegen begleitet und wer selbst ein paar Weggedanken beitragen will: Herzlich gerne! Gedanken, Ideen, Wegbeschreibungen, egal was, und auch Gastartikel sind sehr willkommen. Einfach hier in die Kommentare reinschreiben oder per Mail an mich senden!

Neue Wege finden und im Himmel landen

Neue Wege finden und im Himmel landen

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