In eigener Sache

QuovadisKKPNews - In eigener Sache

Ein seltsamer Titel, auf einem eher persönlichen Blog. Denn im Grund ist ja alles hier eigen, im Sinne von persönlich. 
Doch dieser Blogbeitrag ist anders, denn hier geht es um ein paar tiefere Fakten, die ich aus aktuellem Anlass einmal klarstellen möchte.

Newsletter-Flut

Grund ist ein technisches Problem beim Versand des Lichtmess-Newsletters. Bei einigen AbonnentInnen wurden die letzte KKP-News mehrfach, teils zwischen 5 und 30 mal, zugestellt. Die genaue Ursache ist nach wie vor unklar. Betroffen waren nur aon.at-Adressen und laut Auskunft der aon.at-Hotline liegt die Schuld dafür bei Aon.

An sich eine klare Sache.

Doch für einen relativ großen Teil derer, die von dem Problem betroffen waren, war ich die Schuldige. Mehrere böse Mails und zahlreiche erboste Abmeldungen war die Folge. Die Bandbreite reichte von leicht aggressiver Frustration, bis hin zu Beschimpfungen und Klagsdrohungen auf mehrere tausend Euro.

Ich kann verstehen, dass einem 30 idente Mails im Posteingang unrund werden lassen. Ich habe das selbst auch schon erlebt, das ist nicht lustig. Allerdings wurden da doch einige Grenzen überschritten und ich gestehe: Einige dieser Mails haben weh getan.

Mein Hauptproblem war, dass ich von meiner Seite aus nichts tun konnte um diese Mailflut zu stoppen, da ich auf den aon.at-Mailserver keinen Zugriff hatte und auch nicht habe. Ich konnte das Problem zwar der Hotline schildern, aber die durften nicht tätig werden, da ich nicht Kunde und auch nicht persönlich betroffen war.
Erst als sich ein paar nette und hilfsbereite AbonnentInnen an die Hotline wandten, konnten die dortigen Techniker aktiv werden und der Spuk wurde beendet.

Bei denen, die hier mit Freundlichkeit und Geduld agierten, mich von dem Problem überhaupt erst informiert haben und dann wie oben geschildert aktiv wurden, möchte ich mich sehr herzlich bedanken!

Was bleibt ist Nachdenklichkeit und ein paar Überlegungen, wie es nun weiter gehen soll.
Ein erster Impuls war, den Newsletter ganz einzustellen
Das mag nach Trotz klingen, ist aber eher Resignation. Hinzu kommen wirtschaftliche Gedanken und die mächtige Frage: Wozu?

Ein paar Hintergrundinfos rund um kULTkRAFTpLATZ

  • Meinen KKP-Blog gibt es mittlerweile seit über 10 Jahren. Fast ebenso lange fliegen die KKP-News ca. 8mal im Jahr hinaus. Die Anmeldungen erfolgen seit Jahren ausschließlich im gesetzlich vorgeschriebenen Double-Opt-In-Verfahren. D.h. die AbonnentInnen müssen den Newsletter aktiv bestellen und bestätigen, dass sie ihn auch wirklich wollen. Bisher verlief der Versand (meines Wissens) problemlos.
    Man kann sich auch in jedem Newsletter vom Erhalt selbst abmelden.
  • Der Versand erfolgte bisher via Mailpoet, einem WordPress-Plugin, und Sendgrid, einem externen Versandserver.
  • Jeder Newsletter wird liebevoll zusammengestellt, was seine Zeit dauert. Da ich nicht mehr stundenlang am PC sitzen kann, gehen da einige Stunden, verteilt auf mehrere Tage, drauf. Inhalte sammle ich immer wieder zwischendurch und natürlich sind auch die aktuellen Blogbeiträge mit dabei.
  • Mit dem Versand ist gleichfalls auch der Wunsch verbunden, über unsere Wander-Workshops zu informieren
    Wobei es sich bei diesen, wie beim gesamten KKP-Projekt, um eine Non-Profit-Angelegenheit handelt: Die Teilnahmegebühren decken die Kosten für Fahrtspesen, Skripten, Recherche, Raumnutzung, Eintrittsgebühren, Webhosting und andere Aufwendungen nicht.
  • Wenn ich fallweise (gekennzeichnete) Werbelinks poste (nun großteils wieder via Amazon, da es mit anderen Anbietern einfach nicht geklappt hat bzw. die nicht angenommen wurden), dann nicht, um mich zu bereichern. Ich habe bis dato auch noch keine einzige Ausschüttung erhalten, weil die Einnahmen einfach zu gering sind. Was mich nicht stört – eben weil es für mich keine Einnahmequelle ist, nie war und damit auch kein Thema ist.

Kultkraftplatz.com ist ein Hobby, das ich mir gerne und mit Freuden leiste. Da ich weder rauche noch trinke ist das ok ;-) und war nie ein Problem – weil es Spaß macht bzw. gemacht hat. 
Meine Blogs sind eine Form der Freizeitbeschäftigung für mich – weil ich gerne schreiben, gerne neue Plätze erkunde, mein Wissen rund um diese und all das, was ich sonst noch so kennengelernt und erlebt habe, gerne mitteile. Man kann es, speziell im Fall von lieberherrcrohn.at auch als eine Form von Therapie sehen.

Über die Qualität kann man natürlich streiten. Ich habe allerdings nicht den Anspruch hier literarische Kunstwerke zu schaffen, stehe zu meinen (Rechtschreib- und Grammatik)Fehlern und habe kein Problem damit, wenn wer eine andere Meinung hat, als ich im jeweiligen Beitrag vertrete.

Facebook

Ein Teil des Marketings läuft über die KKP-Facebook-Seite. Die jedoch in den letzten Jahren, wie alle FB-Seiten einiges an Reichweite eingebüßt hat. Aktuell gibt es mehr als 800 Fans, was ich supertoll finde und ich freue mich über jede und jeden, dem die Seite ein Like wert ist!

Der Facebook-Algorithmus wird allerdings immer mehr zu einem Totengräber, was gepostete Inhalte betrifft. Gut gehen „weiche“ Beiträge, wie schöne Bilder, lustige News, die klassischen Tierbildchen und dergleichen. Da kann ein Beitrag durchaus 200-600 Personen erreichen.
Wenn man aber dann etwas Ernsthaftes postet, wie ich es mit einer Meldung und Bitte um Hilfe beim oben genannten Newsletter-Problem wieder probiert habe, oder wenn es um Veranstaltungsinfos geht, kann man von Glück reden, wenn man mehr als 50 Personen erreicht.

Die Schuld hier liegt zum Teil beim Algorithmus, der das zeigt, was der/diejenige eben gern sehen will und der/diejenige bestimmt das dadurch, dass er/sie ein Like vergibt, einen Kommentar hinterlässt, einen Link anklickt … und damit quasi das „Abo“ für diese Art von Inhalten verlängert. Keine Interaktion mit den Beiträgen bedeutet, dass man keine Beiträge mehr von dieser Seite oder Person zu sehen bekommt.

Das ist ein alt bekanntes Regelment bei Facebook.

Weiters werden seit dem letzten Update auf Facebook Beiträge von Seiten deutlich schlechter gereiht, als Beiträge von Personenprofilen. 
Und dann kommt noch der Wunsch nach Werbeeinnahmen von Facebook selbst hinzu, der eine zusätzliche Hürde in die Anzeigemodalitäten einbaut. Wer zahlt, wird gesehen. Wer nicht zahlt … wird kaum mehr gesehen.

Sorry, aber das ist bei mir kostentechnisch nicht möglich.
Da ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr berufstätig bin, daher auch nur die geringste Pension erhalte, sind Werbekosten einfach nicht drin.

Zu meiner Freude hat sich mein Blog über die Jahre eine relative stabile Leserschaft gefunden, die regelmäßig vorbeischaut oder über RSS am Laufenden bleibe und mittlerweile gibt es beim Newsletter an die 400 AbonnentInnen. Auch deshalb ist der Newsletter ein wichtiger Informationsbringer, denn viele erfahren erst durch ihn, welche Neuigkeiten es gibt. Womit die geringe Reichweite der Facebook-Seite wieder ausgeglichen wird.

Zeit und Liebe

Der Zeitaufwand für das Betreiben des KKP-Blog-Projekts ist groß. Neben dem Recherchieren und Schreiben der Beiträge, was der lustige Teil ist, braucht es auch noch einiges an Aufwand, um das System aktiv zu halten, Updates zu machen, immer wieder mal rumzuschrauben, aufzuräumen, neues installieren. usw. usf.

Mein Glück ist, dass ich das kann und es mir (meist) auch Spaß macht. Da kommt mir meine früheres Berufsleben zu Hilfe, wo ich solche Dinge tagtäglich gemanaged habe. Doch es ist Zeit, viel Zeit, die da drin steckt. Und dazu viel Herzblut und Liebe. Denn ohne dem geht es nicht, da läuft es sich tot.

Shitstorm: Ein Zeitgeist-Phänomen und eine neue Grundhaltung?

Man liest immer wieder davon und hat vielleicht schon mal einen passiv, am Rande, miterlebt. Und dann passiert ein technischer Fehler, der nicht mal im eigenen Bereich liegt und man erkennt, wie leicht ein Shitstorm losgetreten werden kann.
Meine Erfahrungen mit solchen Dingen war bisher nur eher real, im wahrsten Sinn des Wortes – während eines Crohn-Schubes
Das Newsletter-Versand-Problem aber wäre fast zu meiner Premiere für einen virtuellen Shitstorm geworden. Sorry Leute, aber das ist mir dann doch ein wenig zu viel.

Was ist passiert, dass in unserer Gesellschaft Geduld und Reflexionsbereitschaft Mangelware geworden sind?

Wie kommt es, dass wir stets bereit sind, die Schuld beim anderen zu sehen und mit (verbaler) Aggression wütend den Respekt und das Einhalten des persönlichen „Schutzraumes“ zu fordern … und dabei die Grenzen dem anderen gegenüber überschreiten. Das ist weit mehr als die Geschichte vom erkannten Splitter im Auge des anderen, während man selbst den Wald vor Augen nicht mal mehr am Rande mitbekommt.

Conclusio

.. quo vadis KKP-News?

Als Folge des Newsletter-Problems habe ich mich hingesetzt und einen mentalen Kassasturz gemacht:

Wieviel liegt mir an diesem Projekt, was kostet es mich, was bringt es mir – rein persönlich und auch in Zusammenhang mit denjenigen, mit denen ich diesbezüglich netzwerkend und freundschaftlich verbunden bin …?

Mit etwas Abstand zu den Zores war mir dann klar, dass es ein paar Veränderungen braucht, wenn ich mir den Spaß an der Freud zurückerobern und erhalten will.

  • Eine davon wird sein, dass der Newsletter zu einem anderen System „umzieht“. Ein Aufwand, den ich bisher gescheut habe, aber aus Sicherheitsgründen nun erledigen werde. In der Hoffnung, dass sich der obige Fehler, der nicht in meinem Bereich lag, damit dennoch nicht mehr wiederholt.
  • Eine weitere ist die Überlegung, den Versandrhythmus zu reduzieren, von 8 auf 4 mal im Jahr, wobei ich noch am Überlegen bin, ob es zwischendurch kurze Meldungen gibt, wo man über neue Termine und freie Plätze informiert wird und die „großen“ New extra versandt werden.
  • Alternativ käme auch die Möglichkeit einer Blog-Abofunktion in Frage, wo man sofort beim Veröffentlichen des Beitrages eine Info erhält. Das läuft auf meinen anderen Blogs aktuell so.
  • Und die letzte Überlegung war die, wie schon oben angedacht, den Newsletterversand ganz einzustellen, und den Blog einfach so zu betreiben, eventuell nur mit einer Blogabo-Funktion. Das ist auch noch nicht ganz vom Tisch, ich habe die endgültige Entscheidung mal aufgeschoben.

Aktuell bin ich jedenfalls noch am Grübeln, wie und was es im Detail nun wirklich wird. Aber Fakt ist: Es wird sich etwas ändern. Mal sehen, vielleicht zeigt sich ja auch ein ganz anderer Weg, denn ich noch nicht bedacht habe.

Bis dato waren die Rückmeldungen, die ich auf meine Newsletter erhielt, großteils positiv. Mit vielen, die mir auf die News hin geschrieben habe, hat sich eine feine Korrespondenz entwickelt. Das tut gut und gibt auch nach so einem Chaos Kraft und Mut.
Und deshalb gestehe ich auch, dass es mir leid täte, wenn dieses Kommunikationsmittel verschwinden würden. Andererseits hat mir diese Geschichte auch gezeigt, wie schnell die Waagschale kippen kann und ich möchte so eine Situation nicht nochmal erleben.

Ich bedanke mich bei allen, die diesen Beitrag bis zum Schluss gelesen haben und ganz besonders nochmal bei denen, die mir im Chaos der letzten Tage beigestanden haben.

10 Kommentare

  1. Meine Güte, liebe Mia, was hast du da Schlimmes erleben müssen. Ich wünsche dir Erfolg bei deinen Überlegungen und nur Gutes für dein weiteres Vorgehen. Bis bald mal wieder….
    LG Geertje

  2. Liebe Michaela, nachdem ich länger nichts von dir auf Facebook zugespielt bekommen hab (böses FB :-( ), hab ich dich heute auf FB gesucht, gefunden :-))) und dann diese Mitteilung entdeckt! Es tut mir unendlich leid, dass du solche Scherereien hattest und nun dein tolles Projekt in Frage stellst.
    Ich verstehe deine Reaktion voll und ganz. Es steckt soooo viel Engagement und wertvoller Inhalt in deinen Blogs. Dass du ein großartiges Schreibtalent hast und obendrein mit grandiosen Illustrationen auftrittst und inhaltlich immer hochinteressant und superoriginell bist… das hat man dir hoffentlich schon oft „zugesteckt“ :-))). Ich kenne dich nicht persönlich, darum muss ich dir auf diesem Weg eine Riesenportion Komplimente übermitteln. Und hoffe sehr, dass du auch zukünftig die Motivation findest , mit KKP und deinen anderen Blogs weiterzumachen. Alles Liebe DIR und alles Gute für deine Gesundheit! Gertraud
    PS: ich hab auch eine aon-adresse und hab deinen NL „ganz normal“ bekommen :-)))

    • Oh vielen Dank für die virtuellen „Blumen“! Und nun sieht man, dass auch solche unhübschen Dinge für was gut sind: nun weiß ich, dass nicht alle aon-Adressen „überflutet“ wurden (ich tippe auf einen überalteten Mailserver) und ich habe dich kennengelernt :-)
      Herzliche Grüße und nochmal: Danke!

  3. Pingback: Sammelklage - Lieber Herr Crohn

  4. Liebe Michaela,
    Ich würde mich gerne den virtuellen“Blumen“ anschließen. Auch für mich sind deine Blogs (ich war bisher erst über zwei gestolpert) immer eine interessante, spannende und aufmunternde Unterstützung bei meinem eigenen Crohn-Weg. Ich wünsche dir, den Weg zu finden, der dir weiterhin gut tut. Ich freue mich, wenn ich weiterhin dabei sein darf und kann.
    Viele liebe Grüße aus Ostfriesland
    Claudia

    • Liebe Claudia, innigen Dank für deine Blumen – ich freu ich sehr darüber! Und der Weg wird sich sicher zeigen, ich bin schon auf der Findung ;-)
      Ganz herzliche Grüße aus den Bergen im Osten Österreichs,
      Michaela

  5. Liebe Michaela!
    Danke für deine Offenheit und für die Möglichkeit deine Reflexion und deine Gedanken miterleben, nachvollziehen zu dürfen. Es kommt mir sehr bekannt vor und ich freue mich sehr, wenn du deine Blogs weiter betreibst und deine Gedanken weiter schickst (in welcher Form auch immer), denn diese motivieren mich auch immer zu einem kleinen Denkstopp.
    lG und „ALLES Gute“ – Monika

    • Liebe Monika, vielen Dank – ich freu mich über deine Rückmeldung und die Bestätigung! Tut gut zu lesen, dass meine Worte zum Denken inspirieren :) … das motiviert wiederum mich ;)
      Liebe Grüße,
      Michaela

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